Am elften Spieltag der Fußball-Bezirksliga Oberfranken West stehen drei Bamberger Kreisderbys im Mittelpunkt des Zuschauerinteresses. Ist die "Zweite" der DJK Don Bosco Bamberg auch nach dem Heimspiel gegen die SpVgg Ebing Verfolger Nr. 1 des Spitzenreiters FC Eintracht Bamberg? Nimmt der FC Oberhaid die Hürde beim TSV Breitengüßbach und kann sich der SV Merkendorf beim Aufsteiger SV Würgau schadlos halten?
DJK Don Bosco Bamberg II - SpVgg Ebing
Bis auf einen Zähler schloss die DJK-"Zweite" zum FC Eintracht auf, indem sie einen 4:0-Erfolg beim TSV Schammelsdorf landete. Einmal mehr ebneten eine solide Defensivleistung (mit neun Gegentoren Bestwert der Liga) und der bestens aufgelegte Johannes Rosiwal, der mit einem Doppelpack zum 2:0-Pausenstand für den fehlenden Torjäger Marc Eckstein in die Bresche sprang, den Weg zum vierten Auswärtssieg. Der Papierform nach sind die konterstarken Schützlinge von Trainer Uwe Nagel Favorit gegen die Ebinger, die jüngst zweimal gewannen. Dem 3:1-Sieg beim Nachbarn TSV Breitengüßbach ließen die Mannen um Coach Heinert Dumpert ein 6:0 gegen Bosporus Coburg folgen.
TSV Breitengüßbach -
FC Oberhaid
Die "Güßbacher" hatten jüngst beim Mitfavoriten FC Coburg einen Start nach Maß, zogen aber trotz einer bis zur 69. Min. bestehenden 2:0-Führung den Kürzeren. Dass sie das Spiel noch aus der Hand gaben, lag am glücklichen Distanzschuss zum 1:2, den Trainer Roman Herl als "Genickschlag" bezeichnete. Seine Elf hatte die 1:3-Derby-Niederlage gegen Ebing gut weggesteckt und zeitweise tollen Fußball geboten. Ein zweiter Sonntagsschuss besiegelte die 2:3-Niederlage in Coburg. Besser machten es die Oberhaider, die den Sechsten FC Mitwitz mit 4:0 abfertigten. Dominik Betz, Pascal Seidelmann und Marcel Kutzelmann, der seine Saisontreffer 10 und 11 markierte, waren für Mitwitz nicht zu verteidigen und Garanten für den vierten Heimsieg. Nicht zuletzt deshalb ist der FCO Favorit.
SV Würgau - SV Merkendorf
Nach drei Niederlagen fand der SVW mit einer kompakten Leistung zurück in die Erfolgsspur. Mit Einsatzwillen und Fleiß gelang es, die Nervosität abzustreifen. Für das 1:0 gegen Mönchröden nach einer starken zweiten Hälfte sorgte "Mäddes" Heidenreich mit seinem zweiten Saisontreffer. Mit 20 Zählern hat der SV Merkendorf doppelt soviele Punkte auf der Habenseite. Seit dem 0:3 gegen den FC Eintracht fuhren die Merkendorfer vier "Dreier" ein und überzeugten zuletzt auch beim TSV Ebensfeld. Mit 2:0 setzten sie sich dank eines starken Torhüters Michael Menze und einer sicheren Abwehr durch. Findet SVM-Trainer Stephan Essig erneut das richtige Rezept oder können die Würgauer ihre Heimstärke umsetzen?
FC Eintracht Bamberg -
FC Mitwitz
Dass das 0:0 beim SV Dörfleins nur ein Ausrutscher auf dem Weg zurück in die Landesliga war und die Akteure von Trainer Michael Hutzler daraus ihre Lehren zogen, bewies das 6:1 im Pokal unter der Woche beim Vierten der Bayreuther Kreisliga, SV Bavaria Waischenfeld. Ein Unterschätzen des FC Mitwitz kommt allein schon aufgrund der Tatsache, dass der FCM mit nur fünf Punkten weniger zum unmittelbaren Verfolgerfeld zu zählen ist, nicht in Frage. Das mit überwiegend bereits höherklassig erprobten Fußballern gespickte Team des FCE geht als klarer Favorit ins Rennen und will mit dem fünften Heimsieg die Tabellenführung behaupten. Hutzler setzt dabei auf die Treffsicherheit von Maximilian Großmann, mit 13 Toren Führender der Torjägerliste, und Christos Makrigiannis (7 Treffer).
SV Dörfleins - TSV Meeder
Gestärkt durch ein unerwartetes Erfolgserlebnis dürfte der SV Dörfleins ins Rennen gegen den Mitaufsteiger aus Meeder gehen. Vor neun Tagen gelang den Mannen des noch gesperrten Spielertrainers Mario Herrmannsdörfer beim 0:0 gegen den FC Eintracht eine faustdicke Überraschung. In den bisherigen Partien mussten sie allerdings oftmals Lehrgeld bezahlen und verspürten den Unterschied zwischen Kreis- und Bezirksliga. Die zahlreichen knappen Ergebnisse machen Hoffnung, den Schalter umlegen zu können. Meeder steht nur vier Plätze und fünf Punkte besser, behielt nach einem Trainerwechsel zuletzt gegen Lettenreuth nach einer Durststrecke von zuvor acht Spielen ohne Sieg mit 1:0 die Oberhand und warf im August den Bayernligisten SpVgg Bayern Hof aus dem Pokalwettbewerb. Gelingt es den Dörfleinsern, die Fehler in der Defensive zu minimieren, darf der letztmals zum Zuschauen verurteilte Herrmannsdörfer auf den zweiten Sieg hoffen.
SpVgg Lettenreuth -
TSV Ebensfeld
Bereits gegen den Abstieg kämpfen die beiden Teams. Die Lettenreuther verbuchten ihre bisherigen sieben Punkte alle zu Hause und sind stark von ihrem 34-jährigen Kapitän und Torjäger Daniel Fischer (10 Treffer) abhängig. Ihn muss die Ebensfelder Abwehr in den Griff kriegen, um den dritten Auswärtssieg zu realisieren. Jüngst kassierten die Ebensfelder im fünften Heimspiel die fünfte Niederlage, und die zur Kerwa mit 0:2 gegen den SV Merkendorf. Noch schlimmer als die Heimpleite wiegt die Rote Karte für den 25-jährigen Kapitän Kevin Popp. Der erfahrene Trainer Klaus Gunreben wird Mittel und Wege finden, diese Hypothek zu kompensieren und seine Jungs optimal auf ihren Gastgeber einzustellen. Mit einem Sieg kann der TSV den Anschluss ans Tabellenmittelfeld herstellen.
TSV Mönchröden -
TSV Schammelsdorf
Während sich die "Mönche" beim kampfstarken SV Würgau ihre fünfte Niederlage abholten, quittierten die Schammelsdorfer ihre vierte im Heimspiel gegen die DJK Bamberg II. Im Rödentaler Stadtteil baut man auf Nachwuchskräfte, für die der erfahrene Trainer Thomas Hüttl der richtige Mentor sein dürfte. In punkto Cleverness sind die Schammelsdorfer klar im Vorteil, haben mit Spielertrainer Dominik Kauder, Regisseur Michael Massak und dem jungen Torjäger Pascal Herbst (9 Tore) herausragende Akteure im Team. In der letzten Serie gewannen die Kauder-Schützlinge zweimal. Zu Hause siegten sie mit 3:1, auswärts mit 2:0. Sind die Schammelsdorfer bereit, die läuferischen Qualitäten ihres Gastgebers zu egalisieren, stehen die Chancen auf den dritten Auswärtssieg gut. - Fanbus-Abfahrt: 14 Uhr Sportheim, 14.05 Uhr Brauerei Knoblach