Häusles — Vorsitzender Alfred Hofmann und Schriftführer Johannes Welscher zogen bei der Jahresversammlung des "Vereins zur Förderung landwirtschaftlicher Direktvermarkter im Landkreis Kronach" eine positive Bilanz.
Ein Thema, das den Zusammenschluss der Direktvermarkter aus dem Landkreis Kronach im vergangenen Jahr besonders beschäftigte, war die neue Lebensmittel-Kennzeichnungspflicht von Zusatzstoffen und Allergenen. Geschuldet sei dies der zunehmenden Anzahl von Menschen, die unter einer Lebensmittelallergie oder -unverträglichkeit litten. Gleichzeitig stelle sie für den Erzeuger eine Absicherung dar hinsichtlich eventueller Regressansprüche.
2014 fand kein Hoffest statt, weil sich kein Mitglied für eine Ausrichtung zur Verfügung gestellt hatte. "Das Hoffest ist wohl ein eher auslaufendes Modell", stellte Hofmann fest.
Neue Ideen seien gefragt. So habe man beispielsweise über eine "Genusswanderung" von Leutendorf und Häusles mit Ständen der Mitglieder nachgedacht oder eine Rundfahrt zu verschiedenen Höfen. Der "Tag des offenen Bauernhofs" fand 2014 bei Josef Hader in Nurn statt.
Die Vereinten Nationen hatten 2014 zum "Internationalen Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe" ausgerufen, um die Bedeutung der bäuerlichen Landwirtschaft stärker in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Nicht nur im eigenen Dunstkreis

Dieses Ziel verfolgt auch der Verein, der seine Öffentlichkeitsarbeit sowie die Vernetzung der jeweiligen Angebote verbessern möchte. Dies war auch bei verschiedenen Veranstaltungen und Sitzungen im vergangenen Jahr sowohl vom Leitenden Landwirtschaftsdirektor Guido Winter wie auch von der Landwirtschaftsamtsrätin Ursula Willenberg am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach immer wieder angeregt worden.
Die Direktvermarkter sollten nicht nur in ihrem eigenen Dunstkreis wirken, sondern jegliche sich ihnen auftuende Möglichkeit nutzen - wie beispielsweise auch den neuen "Agro-Tourismus im Frankenwald".
Dessen Projektleiter Klaus Schaumberg stellte sich bei der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern vor. Seine Projektstelle an der Kronacher Außenstelle des Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - ein Resultat der Kabinetts-Sitzung vom August 2013 in Kronach - war zum April 2014 zunächst befristet auf drei Jahre eingerichtet worden.
Sein Ziel sei es, so der in Selbitz beheimatete Biologe, Mittel und Wege finden, den Bereich Landwirtschaft touristisch zu nutzen und besser zu vermarkten.
Die Landwirte im Frankenwald sollen die Potenziale der Region für Urlauber besser ausschöpfen. "Agro-Tourismus" umfasse alle touristischen Aktivitäten, die von der Landwirtschaft ausgehen oder in direktem Zusammenhang zu ihr stehen. Es gehe dabei insbesondere um eine Vernetzung der verschiedenen Angebote und Anbieter, die es in der Region bereits gebe.
Hierfür habe er bislang eine Bestandsaufnahme betrieben. Das Potenzial sei groß. "Die Entwicklung geht weg von einer Spaßgesellschaft hin zur Sinngesellschaft. Die Menschen suchen das Echte, Ursprüngliche, Authentische. Sie interessieren sich fürs Landleben, für landwirtschaftliche Erzeugung und gesunde Ernährung - direkt vom Bauern", zeigte er sich sicher.
In diesem Zusammenhang stellte er das Gesundheits- wochen ende in Teuschnitz vor, das am 17. und 18. Oktober in der Arnika-Akademie stattfinden wird. Veranstalter ist der Arbeitskreis Gesundheit von "Kronach Creativ" in Kooperation mit dem Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kulmbach/Kronach.

Plattform nutzen

Für diese themenspezifische Veranstaltung "Vitalität und Lebenskultur" im Frankenwald hätten bislang rund 25 Anbieter ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet. "Es kommen kritische Verbraucher, die auch Interesse für die Direktvermarktung mitbringen. Diese Plattform sollten sie nutzen", appellierte er an die Mitglieder. Der Verein kam überein, sich mit ein oder mehreren Ständen dort zu präsentieren.
Einstimmig beschloss die Versammlung eine Satzungsänderung bezüglich fördernder Mitglieder. Ab sofort können auch Personen, die keine beziehungsweise keine Landwirtschaft mehr betreiben, förderndes Mitglied werden. Diese können auch in den Vorstand oder sonstige Organe des Vereins gewählt werden.