Die Corona-Pandemie beschleunigt die Digitalisierung im Schützenwesen. Das eröffne dem Schießsport neue Möglichkeiten und Chancen, betonte Alexander Hummel, Schützenmeister des Bezirksverbands Oberfranken im Bayerischen Sportschützenbund (BSSB), bei der Delegiertenversammlung. Diese fand im kleinen Kreis unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln im Schützenhaus Pettstadt statt.

Hummel berichtete, dass der BSSB einen Arbeitskreis EDV eingesetzt hat, um sich den Herausforderungen der Digitalisierung zu stellen. Vorstellbar seien ein landesweites Mitgliederportal samt Videokonferenzlösung, E-Learning und die konsequente Nutzung der technischen Möglichkeiten im Schießsport, die die Digitalisierung biete. Diese ermöglichten beispielsweise faire und transparente Fernwettkämpfe auf Vereins- und Verbandsebene. Corona habe zudem gezeigt, wie wertvoll ein verbandsweit nutzbares Online-Konferenzsystem werden könne und wie wichtig digital angelegte Fortbildungsveranstaltungen für Sportler und Funktionäre seien. Dies werde konsequent ausgebaut.

Laut Landesschützenmeister Dieter Vierlbeck müsse auch über E-Sports nachgedacht werden. Ein erster Schritt hierzu sei das Lichtgewehr. E-Gaming - "Online-Ballerspiele" - lehne das bayerische Landesschützenmeisteramt aber nachdrücklich ab.

Grundsätzlich, so Alexander Hummel weiter, "sollten wir mit dem notwendigen Respekt, aber ohne Angst vor Corona überall dort, wo Veranstaltungen oder Trainingseinheiten ohne Gefährdung der Teilnehmer organisiert werden können, nicht auf deren Durchführung verzichten". Die Vereine und der Schießsport müssten auch weiterhin attraktiv sein. "Mitglieder, die heute aufhören, an Wettbewerben teilzunehmen, besuchen vielleicht morgen schon unsere gesellschaftlichen Veranstaltungen nicht mehr und gehen uns vermutlich über kurz oder lang verloren", betonte der oberfränkische Bezirksschützenmeister.

Attraktive Angebote im schießsportlichen und gesellschaftlichen Bereich bedingten laut Hummel "zwangläufig moderne Sportstätten in den Vereinen". Dazu habe die bayerische Staatsregierung ein Sonderförderprogramm "Sportstättenbau" aufgelegt, das Förderquoten bis zu 55 Prozent ermöglicht. Es läuft allerdings am 31. Dezember aus. Der Bezirksschützenmeister legte den Vereinen ans Herz, dieses Angebot zu nutzen.

Informationen dazu finden sich auf der Homepage des Schützenbezirks (www.bssb-ofr.de). red