Im Großen und Ganzen sind digitale Spiele ein harmloser Zeitvertreib, wenn man auf den Schutz der eigenen Daten, den Jugendschutz sowie mögliche Kostenfallen achtet. Wichtig ist, selbst die Spiele gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen zu testen und dann eine Zeitbegrenzung festzulegen.

Die Veröffentlichung der neuen Playstation 5 Mitte November 2020 ging mit einem regelrechten Hype einher, so dass die Geräte binnen kürzester Zeit vergriffen waren. Auf den ersten Blick ist so eine Spielekonsole auch ein richtig cooles Weihnachtsgeschenk für Kinder und Jugendliche.

Gemeinsam den Umgang lernen

Doch der richtige und bewusste Umgang mit digitalen Spielen will gelernt sein. Daher ist es wichtig, dass sich sowohl die Kinder und Jugendlichen, aber auch die Eltern, Lehrer sowie die Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Thema auseinandersetzen.

Zunächst sollte Kenntnis darüber vorhanden sein, auf welchen Plattformen digitale Spiele gezockt werden können und welche davon die (eigenen) Kindern und Jugendlichen nutzen. Zu unterscheiden sind stationäre und mobile Geräte. Zu den stationären Geräten gehören große Spielekonsolen und der PC. Mobile Geräte können zum einen tragbare Konsolen und zum anderen Smartphones oder Tablets sein.

An oberster Stelle der zu beachtenden Dinge stehen die rechtlichen Aspekte, wie der Datenschutz, der Jugendmedienschutz oder der Verbraucherschutz

Eine Angabe der persönlichen Daten ist oftmals notwendig, um das Spiel oder System vollständig nutzen zu können. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da gerade bei Spielen die persönlichen Daten einfach recherchiert und verknüpft werden können. Folgende Tipps helfen dabei, die eigenen Daten zu schützen: Extra-E-Mail-Adresse anlegen, die für die Anmeldung bei Anbietern genutzt wird. Nickname und E-Mail auswählen, die keine Rückschlüsse auf die eigene Person zulassen, Nickname nur an Bekannte weitergeben. Kein persönliches Foto als Avatar verwenden. AGBs lesen, um herauszufinden, wie die eigenen Daten genutzt werden, und Daten nicht unnötig vernetzen sowie nicht an jeden weitergeben (vor allem nicht im Chat mit Fremden!).

Jugendmedienschutz

Im Bereich der digitalen Spiele gilt das Prinzip der "regulierten Selbstregulierung". Das heißt, der Staat vergibt die rechtlichen Rahmenbedingungen und die freiwilligen Selbstkontrolleinrichtungen sorgen für die praktische Anwendung der gesetzlichen Regeln. Alle digitalen Spiele, die auf Datenträgern angeboten werden, sind vorab geprüft und mit einer Alterskennzeichnung versehen.

Während vor ein paar Jahren digitale Spiele ausschließlich über Datenträger erworben werden konnten, erfolgt heutzutage der Kauf eher online. Bei diesen Online-Spielen besteht die Gefahr der sogenannten "In-App-Käufe". Während des Spielens besteht demnach die Möglichkeit Gegenstände, Erweiterungen für die Spielfigur oder Ähnliches, die für den Spielverlauf nützlich wären, gegen reales Geld zu erwerben - meist mit einem Klick.

Auch vermeintlich kostenlose Spiele sind meist nicht das, was sie auf den ersten Blick versprechen und beinhalten oft nur eine Basisversion. Um weitere Level oder besondere Spielerlebnisse freizuschalten, entstehen dann doch Kosten.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn online über das Smartphone gezockt wird. Ist keine WLAN-Verbindung vorhanden, ist das Datenvolumen schnell aufgebraucht und das entsprechende Update kostet.

Neben diesen rechtlichen Grundlagen sollten die Lieblingsspiele der Kinder und Jugendlichen vorab auch im Hinblick auf Gewaltdarstellung sowie moralische und ethische Aspekte geprüft werden. Am besten funktioniert das, indem Eltern oder Pädagogen den Kindern einmal beim Spielen zusehen.

Auch das Thema Sucht/Abhängigkeit kann mit den Kindern und Jugendlichen kritisch hinterfragt und zum Beispiel durch Funktionen wie "Bildschirmzeit" (iOS) oder "Digital Wellbeing" (Android) geregelt werden.

Kontakt

Die Kampagne zum kritischen Medienkonsum wurde entwickelt von der Projektgruppe "Digitale Sucht" der Gesundheitsregionplus. Weitere Auskünfte erteilt Bärbel Matiaske unter Tel. 09191/86-3510. red