von unserem Mitarbeiter Harald Rieger

Bamberg — Nach der zweieinhalbstündigen Show der "Ehrlich Brothers" dürften viele Zuschauer nicht nur über das "Wie" der zahlreichen Illusionen gegrübelt haben, sondern auch über das Genre der Veranstaltung. War es eine Zaubershow, eine Pyro- und Lichtschau oder einfach nur Unterhaltung?
Denn Chris und Andreas Ehrlich boten einen durchaus facettenreichen Auftritt, der seinesgleichen sucht. Beinahe wie vom Fließband wechselten sich Groß-Illusionen - gleich zu Beginn zauberten sie ein Motorrad aus einem überdimensionalen Tablet-Computer hervor - mit kleinen Kunststücken ab.
Da wurde schnell mal ein 20-Euro-Geldschein, den ein Zuschauer zur Verfügung stellte, zu einem 5-Euro-Schein und anschließend in eine, wohlgemerkt echte (!), 50-Euro-Banknote verwandelt - sehr zur Freude des Herrn aus dem Publikum.

Schuh in Eisblock gezaubert

Weniger Glück hatte eine junge Frau. Ihr Schuh wurde von den Magiern in einem Eisblock eingefroren und war auf immer verloren. Als Entschädigung bekam sie jedoch einen 100-Euro-Einkaufsgutschein sowie 50 Euro extra. Sie musste auch nicht etwa mit einem Schuh und auf einem Bein hüpfend die Halle verlassen: Das Brüderpaar schenkte ihr ein paar flauschige Hausschuhe mit Tiergesicht ...
Überhaupt gab es reihenweise "Geschenke": Aus einem Handtuch zauberten die "Ehrlich Brothers" für ein Pärchen eine Flasche Sekt und einen mit Bier gefüllten gläsernen Zwei-Liter-Stiefel hervor. Und für ein Ehepaar, das seit 50 Jahren verheiratet ist, bogen sie ein Herz aus zwei Eisenbahnschienen. Das Ganze taten sie mit einer Leichtigkeit, als ob sie mit Knetgummi statt Stahl hantieren würden. Sie erklärten es mit der "Kraft der Liebe" - die biege halt auch noch so festen Stahl.
Bei all ihren Nummern verzichten die Brüder auf die in der Branche üblichen sexy Assistentinnen. Umso größer war die Zahl der Mitwirkenden, die sie aus dem Publikum holten. In die Show eingebunden wurden nicht nur Männer und Frauen im Minutentakt, sondern auch viele Kinder. Beispielsweise die fünfjährige Linda. Zusammen mit den Magiern zauberte sie aus dem Kern einer Mini-Orange ein richtiges Bäumchen hervor, an dem auch Früchte hingen. Stolz trug sie es nachher an ihren Platz.
Nach der Show durfte Linda zu einem Fototermin noch einmal zu den Brüdern auf die Bühne. Und wie hat ihr dies alles gefallen? Schüchtern, aber strahlend, antwortete sie: "Es war sooooo schön!"
Apropos. Großen Anklang fand bei den Zuschauern das sprechende Kamel Alexandrio - Andreas Ehrlich betätigte sich hier als Bauchredner. Nur mit Hilfe der Gedankenkraft und flotten Flirt-Sprüchen erriet er eine von einer Zuschauerin genannte Stadt.
Eine besondere Note erhielt die Show durch die kesse Art der beiden Akteure. Sie scherzten und schäkerten in Comedy-Manier, schaukelten sich gegenseitig mit Sprüchen hoch wie "Ist die Bahnschiene auch wirklich aus festem Stahl oder ist es eine Weiche?" und flirteten ungeniert mit Zuschauerinnen.
Alles in allem: Das Brüderpaar lieferte eine sehenswerte Show, die gut ankam und viel Applaus erhielt.