Zusätzliche Stühle mussten aus dem Lager in den Konferenzraum geholt werden - so groß war das Interesse der mehr als 120 Zuhörer, die sich über die "Herzenssache Schlaganfall" informieren wollten. Veranstalter der Vortragsreihe ist der Verein der Freunde und Förderer des Klinikums Forchheim.
Der Chefarzt der Inneren Medizin, Jürgen Gschossmann, zeigte zuerst auf, dass der Schlaganfall recht häufig vorkommt: Allein im Einzugsbereich des Klinikums Forchheim treten pro Jahr rund 300 Fälle auf. Laut einer bundesweiten Statistik überlebt jeder Vierte den ersten Schlaganfall nicht.
Von den 75 Prozent Überlebenden trägt ein Drittel schwerste Behinderungen davon. Als Schlaganfall bezeichnet man die Folge einer meist schlagartig auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn, die zu einem regionalen Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen und damit zu einem Absterben von Gehirngewebe führt. Gschossmann unterscheidet zwischen einem Schlaganfall mit bleibenden neurologischen Ausfällen, die länger als 24 Stunden andauern, und "TIA - Transient ischemic attack", bei dem nur vorübergehend neurologische Ausfälle auftreten. Absterbendes Gewebe Ursache für die Durchblutungsstörung im Gehirn ist entweder ein Gefäßverschluss - dann spricht man auch von einem Hirninfarkt - oder einer Gefäßzerreißung, einer Hirnblutung.
Chefarzt Gschossmann beschrieb eindringlich, wie groß die Zerstörungskraft eines Schlaganfalls ist: Wellenförmig stirbt das umliegende Gewebe in immer größeren Kreisen ab. Daher rät er, bei Anzeichen eines Schlaganfalls schnell zu handeln und sich ins nächste Krankenhaus mit einer Schlaganfall-Einheit zu begeben. Anzeichen für einen Schlaganfall sind Lähmungserscheinungen, herabhängender Mundwinkel, doppeltes Sehen, Verlust eines Gesichtsfeldes, Taubheitsgefühl oder der Betroffene kann nicht sprechen, lallt oder versteht nicht. Dann sollte man unbedingt umgehend die 112 wählen.
Das Klinikum Forchheim verfügt über eine von deutschlandweit 302 zertifizierten Schlaganfall-Einheiten. Die Schlaganfall-Einheit ist ein geschützter Begriff und wird durch die Deutsche Gesellschaft für Neurologie vergeben. Die Zertifizierung durch die Deutsche Schlaganfallgesellschaft wird regelmäßig wiederholt.
Franka Struve