Die Konturen sind durch Erosion stark verwittert, die Inschriften nur noch zu ahnen. Das schmiedeeiserne Kreuz hat den oberen Aufsatz gesprengt. Die Muttergottes mit dem Jesuskind im Arm ist grün patiniert. Das Zierwerk aus Engelsköpfchen, Ranken und Rosenblüten mit dicken Moospolstern belegt. Die Weiherer Gnadenmadonna mit dem Jesuskind im Arm ist in einem beklagenswerten Zustand.

Nicht besser steht es um die Bildreliefs an den anderen drei Seiten - die Dreifaltigkeit, den heiligen Wendelin und Johannes von Nepomuk. Die Kennzeichen des böhmischen Heiligen sind nur noch zu ahnen. Sein goldener Sternenkranz ist verschwunden, von seinem langen Priesterrock, dem Hermelin-Umhang und dem Kruzifix in der Linken sind nur noch Spuren zu erkennen. Im Zuge der Gegenreformation wurde er 1729 als Märtyrer heiliggesprochen und vor allem den Jesuiten und Franziskanern als Wahrer des Beichtgeheimnisses popularisiert. In Marienweiher ist der linke Nebenalter ihm geweiht, in der Ortsmitte von Marktleugast steht seit 1768 eine Statue von ihm an der Stelle, an der eine schmale Brücke den Leugast-Bach überspannt hat.

Doch nicht nur diese Sandsteinmarter, die 200 Meter vor Hohenberg an der Altstraße in Richtung Gösmes und Helmbrechts steht, ist in einem beklagenswerten Zustand, auch bei zwei weiteren, zeitgleich entstandenen Bildstöcken in der Dorfmitte von Hohenberg und der Abzweigung nach Gösmes droht ein galoppierender Verfall. Die drei Martern sind wertvolle Kulturdenkmäler, die mit der Wallfahrt nach Marienweiher verbunden sind. Entstanden sind sie bald nach Abschluss des repräsentativen Kirchenneubaus durch Bamberger Hofbaumeister Johann Michael Küchel in den 1740er Jahren, der auch die Pilgerströme anwachsen ließ. In seinem 1971 erschienenen Standardwerk "Die Flurdenkmäler des ehemaligen Landkreises Stadtsteinach" bezeichnet Karl Dill die Skulpturen als herausragende religiöse Wahrzeichen und Zeugnisse für die katholisch geprägte Frömmigkeitskultur des Oberlandes.

Zum letzten Mal wurden die drei Bildstöcke 1956/57 für wenige Hundert Mark saniert, doch nun ist eine durchgreifende Restaurierung erforderlich.

Naht Rettung?

Seit kurzem beschäftigen sich der Gemeinderat Marktleugast und Bürgermeister Franz Uome mit dem Zustand der Martern und erörtern Möglichkeiten ihrer Sanierung. Vorausgegangen ist ein gemeinsamer Dringlichkeitsantrag der Fraktionen der Freien Wähler und der Wählergemeinschaft Marktleugast. Gleichzeitig ist der für den Altlandkreis Stadtsteinach zuständige Kreisheimatpfleger Siegfried Sesselmann aus Stadtsteinach aktiv geworden und hat den Restaurator Peter Fröhlich um eine Begutachtung gebeten. Der Baunacher Steinmetzmeister, der auch als Sachverständiger für das Landesamt für Denkmalpflege tätig ist, gilt als ausgewiesener Fachmann für die Sanierung von Flurdenkmälern. Sein Kostenvoranschlag liegt mittlerweile vor: Danach sind je Marter - Reinigung mit Heißdampf, Schließung der Risse, bildhauerischer Ergänzung, Schlämmen der Oberflächen und Nachziehen der Inschriften - zwischen 4700 und 5800 Euro zu veranschlagen. Also etwa 15 000 Euro insgesamt. Darin eingeschlossen sind Transportkosten in die Werkstatt von 3600 Euro.

Um ihren Anteil gering zu halten, empfiehlt der Restaurator die gleichzeitige Instandsetzung aller drei Objekte, und dies möglichst vor dem hereinbrechenden Winter. Das Vorgehen ist insofern erschwert, als sich die beiden am Ortsrand gelegenen Martern auf privatem Grund befinden und eine Sanierung mit den Eigentümern abgestimmt werden muss.

Sponsoren gesucht

Kreisheimatpfleger Siegfried Sesselmann hat sich mittlerweile nach Fördergeldern umgetan. Danach ist die Oberfrankenstiftung bereit, die Hauptlast der Kosten zu tragen, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege würde die Sanierung mit 20 Prozent unterstützten. Auch die VR-Bank Oberland sicherte ihm zu, sich mit einer namhaften Spende an der Rettung des einmaligen Kulturguts zu beteiligen. Der Restbetrag müsste durch die Eigenbeteiligung der Marktgemeinde, eventuellen weiteren Organisationen und private Sponsoren aufgebracht werden. Der Leiter der Geschäftsstelle der Verwaltungsgemeinschaft Marktleugast, Michael Laaber, würde sich über Hilfszusagen sehr freuen.