von unserem Redaktionsmitglied 
Andreas Lösch

Limbach — Würde man ein Bad nehmen in dem Brunnen, es wäre wohl ziemlich furchtbar. Zum einen ist es dunkel da unten im Schacht und außerdem ziemlich kalt: Zwischen neun und zwölf Grad beträgt die Temperatur des Wassers.
Aber eben dieses Wasser wird dafür genutzt, um das katholische Pfarrzentrum in Limbach (Stadt Eltmann) zu heizen. "Wir wollten weg von den fossilen Brennstoffen", erklärt Kirchenpfleger Thomas Pflaum. Mit diesem Anliegen wandte er sich damals an Architekt Bernd Schuhmann, der mit der Renovierung des Pfarrzentrums beauftragt war. Er schlug vor, eine so genannte Wasser-Wasser-Wärmepumpe zu installieren, die der Umgebung Wärme entzieht und zum Heizen verwendet. "Vom Prinzip her funktioniert das wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt", sagt Schuhmann zu der Technik.

Drei Grad entziehen

Dass das verwendete Wasser nur um die neun Grad warm ist, mag einem zunächst seltsam vorkommen, aber letztlich geht es nur darum, Energie zu entziehen und weiter zu verwenden: Wenn das Brunnenwasser den Wärmetauscher im Heizungskeller des Pfarrzentrums passiert hat, ist es um drei Grad kälter geworden. Und mit diesen gewonnen drei Grad arbeitet die Wärmepumpe der Heizung (siehe Grafik).
Die Heizleistung der im Jahr 2010 in Betrieb gegangenen Anlage liegt bei 50 Kilowatt, erklärt Schuhmann. Ein normales Wohnhaus brauche etwa zehn Kilowatt. Die Wärmepumpe liefert für ein Kilowatt, den sie an Strom benötigt, 4,9 Kilowatt Wärmeleistung.
Der Wert sei ok, findet der Architekt - wenngleich mehr möglich wäre. Jedoch müsse das Brunnenwasser über eine Strecke von 200 Meter und einen Höhenunterschied von zwölf Metern transportiert werden. Diesen Kraftakt erledigt eine Pumpe, die natürlich Energie verbraucht.
Die Flussnähe des Pfarrzentrums ließ Architekt Schuhmann damals davon ausgehen, dass eine Brunnenbohrung erfolgreich sein könnte. "Besser wäre es gewesen, wenn sich der Brunnen noch näher am Pfarrzentrum befände", sagt Schuhmann.
Seine Frau Uta Pankarter, ebenfalls Architektin, erinnert sich an die frühen Planungen zu dem Projekt. Denn bereits im Vorfeld war das Vorhaben recht aufwändig.

Teure Probebohrungen

Es sind teure Probebohrungen notwendig. "Es kann sein, dass man keine geeignete Stelle findet", sagt Pankarter. Dieses Risiko bestand auch beim Pfarrzentrum in Limbach. Doch die Entfernung von Förderbrunnen zum Gebäude ist noch in einem akzeptablen Bereich. Die Berechnungen ergaben, dass sich das Vorhaben lohnen würde. Das Bohren der zwei Brunnen (Förderbrunnen und ein weiterer Brunnen für den Wasserrücklauf) sowie die Heizungsanlage mit Wärmepumpe kosteten über 25 000 Euro.
Mit der Wärmepumpe im Pfarrzentrum können Temperaturen von um die 60 Grad erzeugt werden, so dass es in den Räumen angenehm warm wird. Dort gibt es übrigens keine Heizkörper - deren Fläche ist zu klein, 60 Grad würden hier nicht ausreichen, die Wärme würde einfach verpuffen. Deswegen sind in Wänden und Decken kleine Schläuche verlegt (Prinzip Fußbodenheizung), durch die das Wasser läuft. So wird die Wärme über große Flächen abgestrahlt.