Burgkunstadt — Am Montag, 11.Mai, jährt sich der Geburtstag des Firmen- und Stiftungsgründers Friedrich Baur zum 125. Mal. Aus diesem Anlass findet um 11 Uhr in der Fünfwunden-Kapelle in Burgkunstadt ein Gedenkgottesdienst statt.
Im Anschluss erfolgt eine Kranzniederlegung am Grab der Familie Baur. Um 18.30 Uhr stellt Ralf Czapla in der Alten Vogtei in Burgkunstadt die Doppelbiografie "Die ungleichen Geschwister - Der Unternehmer Friedrich Baur und die Tänzerin Claire Bauroff" vor. Bereits ab 16 Uhr kann das Nachlasszimmer, das Gegenstände aus dem persönlichen Nachlass der Eheleute Kathi und Friedrich Baur zeigt, sowie einen kleinen Überblick über die Firmengeschichte gibt, besichtigt werden. Die Ausstellung ist weiterhin vom 12. bis 13. Mai, von 17 bis 19 Uhr sowie am 16. und 17. Mai von 13 bis 16 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. An allen Tagen kann auch die Doppelbiografie zu einem Einführungspreis erworben werden. Weitere Termine können bei der Friedrich-Baur-Stiftung unter der Telefonnummer 09572/750011 vereinbart werden.

In Stadtsteinach geboren

Friedrich Baur wurde am 11. Mai 1890 als Sohn des königlich bayerischen Notars Arthur Baur und dessen Ehefrau Amélie im oberfränkischen Stadtsteinach geboren; er hatte fünf jüngere Geschwister: Max, Erich, Adrienne, Claire und Anna. Nach seinem Militärdienst von 1908 bis 1910 ging er 1912 als Außenhandelskaufmann nach Hongkong. Er wurde dort unmittelbar nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges gefangengenommen und als Kriegsgefangener nach Australien überführt. Nach seiner Freilassung 1919 trat er als kaufmännischer Angestellter bei der Schuhfabrik Püls in Burgkunstadt ein, später arbeitete er bei der Schuhfabrik Manz in Bamberg.
1921 wurde er Mitgesellschafter der neugegründeten Schuhgroßhandlung "Frank Hühnlein & Baur" in Bamberg. Am 1. Januar 1925 erfolgte die Gründung des Schuhversandhauses Friedrich Baur als Einzelfirma durch Friedrich Baur. Seine Verlobte, Kathi Schuh, und deren Schwester Kuni Schuh arbeiteten von Beginn an in der Firma mit. Am 27. November 1934 heiratete Friedrich Baur die Metzgereitochter Kathi Schuh, die bereits seit 1919 an spinaler Kinderlähmung erkrankt war.
Aufgrund des Zweiten Weltkrieges wurde das Unternehmen 1940 unter Zwangsbewirtschaftung gestellt, es erfolgte die Umstellung zum Schuhgroßhandel. 1945 wurden die Warenlager in Burgkunstadt geplündert.1945 bis 1948 führte er einen Kleinhandel auf Bezugsscheine und Schuhgroßhandel. Am 29. September 1949 erfolgte die Gründung der Friedrich-Baur-GmbH mit den Gesellschaftern Friedrich Baur, Kathi Baur und Kuni Schuh und am 14. Februar 1953 die Gründung der Friedrich-Baur-Stiftung. Am 21. November 1953 erhielt Friedrich Baur die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät der Universität München.
Da die Ehe von Friedrich und Kathi Baur kinderlos blieb, setzten die Eheleute am 21. November 1957 in einem gemeinschaftlichem Testament die Friedrich-Baur-Stiftung als Universalerbin ein. Am 30. Oktober 1965 starb Dr. h.c. Friedrich Baur, seine Frau Kathi Baur verstarb am 3. Januar 1984. red