Über 1000 Partien absolvierte Wolfgang Schmitt für seinen FC Dormitz, der heute 55-Jährige beendete erst vor sechs Jahren seine aktive Laufbahn und prägte am südlichen Forchheimer Rand eine Ära. Dass er letztlich mit 537 Treffern zwei Tore weniger als sein Bruder Rudi erzielte, hatte auch mit einem entscheidenden Positionswechsel mitten in seiner Karriere zu tun. Heute sieht man "Wolfi" nur noch selten auf den Sportplätzen der Region, der Grund dafür liegt in einem Schicksalsschlag.

Wer hat Sie angespielt?

Wolfgang Schmitt: Das war Udo Schroft. Als ich nach meiner Juniorenzeit in Herzogenaurach zurück nach Dormitz ging, fand bei uns ein Turnier statt. Udo spielte dort mit und stach heraus, daher fragte ich ihn, ob er sich vorstellen könnte, Junioren-Bayernliga zu spielen. So kam er zum ASV, später begegneten wir uns dann öfter in den Duellen zwischen dem TSV Brand und dem FC Dormitz, währenddessen haben wir uns kennen und schätzen gelernt.

Wie schafft man es, für ein- und denselben Verein über 1000 Punktspiele zu absolvieren?

Man braucht eine Familie, die das Ganze mitmacht und die richtige Einstellung zum Sport. Wichtig war für mich, dass ich in den letzten sieben, acht Jahren meiner Laufbahn in den Sommerpausen nie die Beine hochgelegt, sondern stattdessen mit den Alten Herren gespielt habe. Ich habe immer gerne trainiert, mir ging es nie um Zahlen. Dennoch freut es mich natürlich, dass ich heute noch auf den Sportplätzen erkannt und respektiert werde.

Was hat Ihnen mehr Spaß gemacht: Die Rolle des Stürmers oder die des Liberos?

Bis Anfang 30 habe ich im Sturmzentrum gespielt, ausgerechnet bei einem Auswärtsspiel in Brand sah unser damaliger Libero jedoch die Rote Karte. Ich ging dann nach hinten und es hat gut gepasst. Beide Positionen haben Spaß gemacht und hatten Vorteile. Als ich jung war, hat das Tore schießen viel Spaß gemacht, aber später, in höherem Alter hat man als Libero einfach mehr Freiräume, wenn man noch gut im Saft steht. Daher war das die einfachere Position.

Haben Sie mittlerweile genug vom Fußball?

Das muss ich zweiteilig beantworten. Ich habe bis zum Sommer 2012 gespielt, mit dann 49 Jahren hat es einfach gereicht, ich musste auch auf meinen Körper hören. Für die erste Mannschaft habe ich 1024 Spiele absolviert und 537 Tore erzielt, mein Bruder Rudi traf sogar zwei Mal öfter, obwohl er weniger Partien gemacht hat, diese Marke hätte ich als Stürmer vermutlich knacken können.

Als mein damals fünfjähriger Sohn im Jahr 2008 das Fußballspielen anfing, habe ich parallel seine Mannschaft für fünf Jahre trainiert. Anfang 2014 starb mein Sohn - und das war für mich der Moment, an dem ich nicht mehr zum Sportplatz konnte. Es rief zu viele Erinnerungen hervor. Mittlerweile schaue ich zwar hin und wieder vorbei, ein Juniorenspiel habe ich jedoch nicht mehr gesehen.

Verfolgen Sie die Entwicklung des FC Dormitz, der sich nach dem Kreisklasse-Aufstieg ganz gut zurecht findet?

Ja, ich verfolge das natürlich, sehe das Ganze aber mehr aus der Distanz. Mit aktuell 13 Punkten hat die erste Mannschaft die Erwartungen in etwa erfüllt und ich denke, dass sie die Klasse halten wird.

An wen spielen Sie weiter?

Ich nominiere Günter Kraus, er ging schon in jungen Jahren nach Forchheim und hat beim Jahn viele Jahre als Spieler und Trainer verbracht. Ich kenne ihn seit Kindertagen. Damals haben wir bei ihm zu Hause Sitzfußball gespielt und dabei die eine oder anderen Lampe abgeschossen.

? Steilpass-Regeln: Das Spielfeld bilden die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim. Verboten sind Kurzpässe, also Zuspiele innerhalb des eigenen Vereins, und Rückpässe zu bereits angespielten Aktiven.