In das England der 1950er Jahre getaucht war die Bühne bei der Theateraufführung in der Dr.-Ernst-Schmidt-Realschule Ebern am Donnerstag. Neun junge Schauspieler aus allen Jahrgangsstufen begeisterten mit dem Stück "Komm raus aus dem Schrank!" von Autor Philip King die Zuschauer in der vollen Aula.

Akuter Geldmangel herrscht bei der Pfarrersfamilie in einem kleinen Dorf. Die Kirchturmglocken haben einen Sprung, das Pfarrhaus ist baufällig. Pfarrer Lionel Toop, dargestellt von Anton Zellmann, hat einen ebenso berechtigten wie übertriebenen Sparfimmel und schaltet ständig das Licht aus. Seine temperamentvolle Frau Penelope, eine ehemalige Schauspielerin, verkörpert von Ines Bernard, hat jedoch mehr Theaterblut als Christentum in den Venen. Genauso unabsichtlich wie trotzig lässt sie schon einmal zu viele Lampen brennen.

Lionel Toop bekämpft auch Glücksspiele in jeder Form, ahnt jedoch nicht, dass seine eigene Frau Mitglied in einer Fußballtoto-Tippgemeinschaft ist, der auch das etwas schusselige Hausmädchen Ida (Pauline Finzel) und deren Freund Willie Briggs (Cjaba Hidas) angehören. Ziemlich viel Wirbel bringt auch die Kirchenvorstandsdame Miss Skillon (Alina Brandt) ins Haus, denn sie hat ein Auge auf den Pfarrer geworfen.

Von ihrer Hilfsbereitschaft genervt, flüchtet dieser zusammen mit dem Pfarrer Humphrey (Justin Devlin) aus einem Nachbarort, der ebenfalls dem Toto-Spiel verfallen ist, in den Schrank. Dort träumen beide schon von der Renovierung ihrer Kirchen, hatte doch Humphrey einen Tippschein mit allen richtig getippten Spielen schon in der Hand, ohne zu ahnen, dass dieser mit dem Schein der Tippgemeinschaft rund um Miss Toop verwechselt wurde.

Verwicklungen

Das Chaos perfekt machen die beiden Kinder (Anna Henig und Samuel Friedirch), die allerlei Unsinn im Kopf haben. Als schließlich noch Onkel Dudley (Nickolas Schmidt), der Bischof ist, unangemeldet zu Besuch kommt, sind weitere lustige Verwicklungen vorprogrammiert. Schließlich ist die Freude im Hause Toop groß, als feststeht, dass der Hauptgewinn die finanzielle Misere beendet.

Ein Jahr lang ging es bei den Proben der Theatergruppe unter der Leitung von Lehrer Ulrich Offenwanger laut und lustig im Schulhaus zu, berichtete der stellvertretende Schulleiter Florian Schraut, der zusammen mit Schulleiter Hartmut Weis die humorvolle Aufführung sichtlich genoss. Gerade auch die unvorhersehbaren Sachen, die während eines Auftritts passieren können, machten das Schauspiel sehr lebendig und spontan. So kommentierte zum Beispiel Pfarrer Toop alias Anton Zellmann ein Poltern hinter der Bühne spontan mit dem Satz: "Ja, ja, das Pfarrhaus ist schon sehr baufällig."

Eine wichtige Frau hinter der Bühne war Leonie Külle, die als Souffleuse den Nachwuchsschauspielern manchmal den richtigen Text unauffällig zuflüsterte. Ein lang anhaltender Beifall des Publikums war der Lohn der Künstler für ihre hervorragende Leistung.