"Das ist eine klare, saubere Sache. Wenn jeder die anderen und sich selbst schützt, kann nichts passieren." Als Ahorns Bürgermeister Martin Finzel über die Sicherheitsvorkehrungen beim Blutspenden in seiner Gemeinde sprach, wurde er deutlich. Er ist erster Vorsitzender des Marienvereins – der organisiert die Blutspende vor Ort seit Jahrzehnten.

Dieses Mal gab es aber ein neues Organisatorenteam: Die örtliche Wasserwacht sprang ein, da alle üblichen Helfer mit über 65 Jahren in Coronazeiten zum gefährdeten Personenkreis zählen. "Wir sind für die Betreuung rundum zuständig. Die Blutentnahme übernimmt ein sechsköpfiges Team aus dem Blutspendefahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK)", erklärte Matthias Reg von der Wasserwacht.

Durchdachtes Sicherheitskonzept

Sein Team verstärkten weitere Freiwillige: Drei Engagierte von der Nachbarschaftshilfe in Ahorn und der Mittagsbetreuung der Gemeinde. Bereits am Morgen hatten zwei Personen Verpflegungstüten gepackt. Die gehörten zum Sicherheitskonzept: Denn die Spender durften zum Abschluss nicht wie gewohnt noch zusammensitzen und Wienerle essen. Das Ansteckungsrisiko wäre zu hoch gewesen, da eventuell nicht genügend Abstand zwischen den Personen bestanden hätte. Stattdessen bekam jeder eine Verpflegungstüte, in der sich unter anderem eine Wurstdose und ein Schokoriegel befanden.

Generell überließen die Verantwortlichen in Sachen Corona nichts dem Zufall. So musste jeder Spender vor dem Gebäude seine Hände desinfizieren, anschließend maß das Helferteam die Temperatur. Danach ging es entlang einer "Einbahnstraße", die den Weg innerhalb des Bürgerhauses vorgab, zu den Spenderliegen – den nötigen Abstand zwischen den Personen markierten Linien am Boden. Alle Anwesenden trugen einen Mundschutz. "Wir werden uns wohl an die Masken gewöhnen müssen, also fangen wir gleich hier damit an", erklärte Finzel.

Neue Spenden ständig nötig

In der Blutspende sieht er einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit, da Blut nicht künstlich erzeugbar ist. Es wird in konservierter Form für Operationen und bei Unfällen gebraucht und rettet Leben. Da es nicht ewig haltbar ist, sind ständig frische Blutbeutel nötig. "Im Sommer gehen weniger Menschen zum Blutspenden, da werden die Reserven kleiner", sagte Finzel. In Zeiten von Corona sei ein Rückgang auch nicht auszuschließen – viele ältere Spender blieben zu Hause. Einen Engpass gelte es jedoch zu verhindern, wie der Bürgermeister betonte. Auch Gebietsreferent Matthias Freund vom BRK weiß um die Wichtigkeit des Ersatzblutes. Deshalb ist es ihm auch ein Anliegen, den Spendern seinen Dank auszusprechen – auch für deren Geduld: Die Wartezeiten hatten sich durch die Sicherheitsvorkehrung erhöht.