von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Herzogenaurach — Der Ausspruch Freddie Frintons "The same procedure as every year" aus der Kultsendung "Dinner for One" passt auch zum 11.11. in Herzogenaurach. Das Ritual wiederholt sich auch beim Rathaussturm jedes Jahr, wenn der Herzogenauracher Karnevalsclub die fünfte Jahreszeit einläutet.
Nur das Schlüsselversteck wechselt, der hing schon unter der Decke oder war in einem Korb mit Gebäck versteckt, in diesem Jahr wiesen zig Schilder auf das Versteck hin, aber die Karnevalisten kennen die Tricks des Bürgermeisters. "Ich kann euch in diesem Jahr den Schlüssel nicht anvertrauen, wir haben viel Geld in der Kasse", meinte Hacker schmunzelnd und überreicht einen Vorschuss.

Wenig Gegenwehr

Die Karnevalisten stürmen, trotz halbherziger Gegenwehr des Bürgermeisters, das Rathaus. So auch wieder in Herzogenaurach und im Grunde hatte Bürgermeister German Hacker (SPD) sowieso keine Chance, denn die Übermacht der Karnevalisten ist immer viel zu groß. Schließlich marschierte zu den Klängen des Spielmannszugs Grenzmark nicht nur das Präsidium zum Rathaus, sondern rund 80 Gardemädchen und Betreuer.
Als Rathaussturm wird die jährlich zu Beginn des Karnevals stattfindende symbolische Besetzung des örtlichen Rathauses durch die Narren bezeichnet, die insbesondere im ehemals preußischen Rheinland Brauch ist. Der Bürgermeister wird "gezwungen", den Rathausschlüssel an die Narren zu übergeben und damit die gewohnte Ordnung während der Fünften Jahreszeit außer Kraft zu setzen. Hacker kapitulierte sehr schnell vor der Übermacht, und angesichts der vielen lächelnden Mädchen ließ er den KCH ins Rathaus.
Allerdings galt es für die Karnevalisten noch, den Rathausschlüssel an sich zu bringen, den sie am Faschingsdienstag, 19. Februar, nach einer kurzen Session wieder abgeben müssen. Gerd Engert wies am Ende noch auf die Prunksitzungen am 17. und 24. Januar 2015 hin.