Der Orden der Zisterzienser hat seit dem Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Spuren in den Landschaften hinterlassen. Von Burgund aus ließen sich die Zisterzienser in ganz Europa nieder, errichteten Klöster in der Einsamkeit sumpfiger Täler, kultivierten und besiedelten Land. Die Klosterlandschaften weisen noch heute viele Merkmale auf, die an die Prägung durch die Mönche erinnern - etwa auch in Ebrach.

Am 1. November 2019 startete das transnationale Leader-Kooperationsprojekt mit 18 Klosterlandschaften in sechs europäischen Ländern. Der Landkreis Bamberg als Träger und transnationaler Koordinator möchte im Verbund mit den Projektpartnern das "Europäische Kulturerbe-Siegel" (EKS) für zisterziensische Klosterlandschaften beantragen. Im Kreis der Vertreter der beteiligten sechs EU-Mitgliedstaaten und fünf deutschen Bundesländer stellten Landrat Johann Kalb und das Projektteam das Kooperationsprojekt nun erstmalig auf einer Konferenz in Berlin den nationalen und internationalen Teilnehmern vor. Die Bewerbung in der Kategorie Kulturlandschaft trägt den Titel "Cisterscapes - Cistercian landscapes connecting Europe".

Auf dem Weg zur Einreichung der Bewerbung im Jahr 2021 haben es sich die Projektpartner in sechs Ländern zur Aufgabe gemacht, auf die einzigartige historische Bedeutung der zisterziensischen Landschaften in Europa aufmerksam zu machen und dieses Erbe an die nächsten Generationen weiterzugeben. So werden die Partnerstätten aus Frankreich, Deutschland, Polen, Tschechien, Österreich und Slowenien gemeinsame Maßnahmen zur Bildung, zum Austausch und zur In-Wert-Setzung ihrer Regionen durchführen, wie es in der Pressemitteilung aus dem Landratsamt heißt.

Die Erstvorstellung der Bewerbung in Berlin sei bei den Vertretern der Kultusministerkonferenz und internationalen EKS-Koordinatoren auf großes Interesse gestoßen. Staatssekretär Thomas Silberhorn betonte, dass Initiativen wie die Bewerbung des Landkreises Bamberg zur europäischen Vernetzung von Bürgern und Kommunen sehr wichtig seien, um die gemeinsame Geschichte und kulturellen Reichtum zu zeigen.

Die Vertreterin der deutschen EKS-Koordination bei der Kultusministerkonferenz, Birgit Neumann, begrüßte ausdrücklich das Vorhaben des Landkreises, ein so ehrgeiziges transnationales Bewerbungsprojekt im Jahr 2021 vorzulegen, und konnte sich durch die per Video eingespielten Einzelvorstellungen der Partnerstätten von deren Motivation und Qualifikation für das Projekt überzeugen. Zum Abschluss der Veranstaltung habe sich Landrat Kalb mit dem Verlauf der ersten offiziellen Präsentation des Projekts in Berlin sehr zufrieden gezeigt, so die Mitteilung. red