Zum Bericht "Haus soll Parkplätzen weichen" vom 24. März:

Ich teile die Verwunderung des FGL-Sprechers bezüglich der "fast skandalösen" städtebaulichen Entwicklung in Forchheim. Bedauerlicherweise ist das mittlerweile der Normalzustand. Es ist nicht das erste Mal, dass bauliche Maßnahmen, die zu nachhaltigen Änderungen des Stadtbildes führen, von einigen wenigen insgeheim beschlossen und hinter dem Rücken der arglosen Öffentlichkeit durchgewunken werden.
Dazu zwei Beispiele aus jüngster Zeit: Als Reaktion auf die geplante Erschließung der Reuther Wiesen mussten sich die um den Erhalt ihres Wohnraums besorgten Anlieger in einer Bürgerinitiative organisieren. Oder die geplante Errichtung eines 36 Meter hohen Funkmastes der Telekom unmittelbar neben dem Montessori-Kindergarten. Auch hier von Aufklärung, Dialog mit den Anwohnern oder etwa gar Mitspracherecht keine Spur. Die Sorgen und Ängste der Bürger werden übergangen und heruntergespielt. Auch hier immer wieder die gleichen stereotypen Argumente des Bauamtsleiters: "Da kann man nichts machen...", "es gibt keine rechtliche Handhabe ...", etc.
Der unbedarfte Beobachter reibt sich verwundert die Augen und beginnt sich zu fragen, warum wir denn überhaupt eine Stadtverwaltung brauchen, wenn diese angesichts der überwältigenden Sachzwänge letztlich nichts ausrichten kann. Geht es in den Versammlungen der Volksvertreter möglicherweise gar nicht so sehr um die Interessen der Wähler? Und wie verträgt sich die Vernichtung von Wohnraum in der Innenstadt durch den Abriss des Gebäudes der Badstraße 6 mit dem sonst so gerne proklamierten Konzept der Wohnraumverdichtung und der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt?
Warum parken die Kunden der Volksbank nicht im nahegelegenen Parkhaus und gehen die paar Schritte zu Fuß? Die Besucher der "Eßecke" werden es danken, wenn nicht alle paar Minuten ein Pkw an ihnen vorbeirollt. Ich verstehe wirklich nicht, wie so viele Stadträte einem solchen Nonsens zustimmen konnten.
Peter Friesleben
Forchheim