Ein Feuerwehrwehrfahrzeug nach dem anderen war am Sonntagmorgen auf der Großen Bauerngasse stadtauswärts mit Blaulicht unterwegs. Doch dieses Mal ging es nicht, wie so oft, zu einem Unfall auf die Autobahn, sondern zu einer Übungseinheit größeren Ausmaßes, bei der drei Schadensszenarien gleichzeitig abgearbeitet werden mussten, teilt Kreispressesprecher Stefan Brunner mit.
Während es die meisten Bürger um diese Zeit wahrscheinlich vorzogen, unter der warmen Bettdecke zu bleiben oder gemütlich zu frühstücken, empfingen eisiger Wind und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt die freiwilligen Feuerwehrleute vor Ort.
An der ersten Einsatzstelle galt es für die Besatzungen des Löschgruppenfahrzeugs, der Drehleiter und des Mehrzweckfahrzeuges, eine Person aus dem Kanalsystem zu retten. Nach einer Messung der Gaskonzentration in einem Einstiegsschacht kletterten zwei Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz in die Höchstadter "Unterwelt" und bereiteten den "bewusstlosen" Arbeiter auf seine Rettung vor, die dann mit Unterstützung durch die Drehleiter und das Rollgliss, einem Seilzugsystem, schonend erfolgte.
Die Besatzungen des ersten Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeugs und des Rüstwagens waren zur gleichen Zeit auf dem Gelände bereits dabei, den eingeklemmten Fahrer eines im Gelände der Kläranlage verunfallten, auf der Seite liegenden Autos zu befreien. Hierzu wurde das Fahrzeug zuerst mit Stützen gegen Umkippen gesichert und anschließend die Person im Fahrzeug betreut, während mit hydraulischen Rettungsgeräten das Dach abgetrennt wurde, um den Verunfallten befreien zu können.
Parallel dazu kamen das zweite Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug und das Tanklöschfahrzeug mit dem Sonderlösch-mittelanhänger bei einem Brand in einem Betriebsgebäude der Kläranlage zum Einsatz, aus dem dichter Rauch drang. Da nicht klar war, was in dem Gebäude brannte, wurde ein dreifacher Löschangriff mit Wasser, Löschpulver und Kohlendioxid vorbereitet. Da ein Beschäftigter vermisst wurde, ging ein Atemschutztrupp zur Personensuche und Brandbekämpfung vor. Gleichzeitig wurde ein Hochleistungslüfter bereitgestellt, um das Gebäude rauchfrei machen zu können. Kurze Zeit später wurde der Trupp im Innenangriff fündig und konnte die Person ins Freie bringen, wo sie von weiteren Einsatzkräften übernommen und erstversorgt wurde.
Die Koordination aller bei den drei Übungseinsätzen tätigen Kräfte aller Altersgruppen erfolgte durch den Einsatzleiter, Kommandant Wolfgang Glotz, der durch die Mannschaft des Einsatzleitwagens unterstützt wurde. Gegen 10.30 Uhr war auch die letzte Übung beendet, und die Teilnehmer konnten in die Feuerwache zum Aufwärmen zurückkehren. red