Vom 10. bis 13. Juni steht der 700 Einwohner zählende Stockheimer Ortsteil Reitsch im Zeichen seiner Kirchweih. Der Festgottesdienst findet am Sonntag, 12. Juni, um 8.30 Uhr in der "Heilig-Kreuz-Kirche" statt, die 1953 durch Erzbischof Josef Otto Kolb eingeweiht wurde. Die Reitscher fühlen sich mit ihrem Gotteshaus in besonderem Maße verbunden, haben sie doch für die Verwirklichung bis zum heutigen Tage enorme Opfer erbracht.
Im Jahre 2003 feierten die Bewohner in einem würdigen Rahmen mit Weihbischof Werner Radspieler das 50-jährige Kirchenjubiläum. Während die Außenanlage total erneuert wurde, ist auch der Innenbereich "auf Vordermann" gebracht worden.
Bereits 1180 taucht Reitsch urkundlich aus dem Dunkel der Geschichte auf. Aus diesem Grund fand 1980 zum 800-jährigen Bestehen ein großes Fest statt. Glanzpunkt war der historische Festzug. Bischof Otto II. von Bamberg übertrug laut Urkunde vom 29. Juli 1180 an das Kloster Langheim die Dörfer Posseck, Reisendorf - es lag bei Neukenroth - sowie Reitsch, das seinerzeit Richs genannt wurde. Durch Überschuldung mussten die Mönche vom Kloster Langheim das Eigen Teuschnitz 1388 an das Hochstift Bamberg veräußern. Zu den Dörfern zählte auch Reitsch.
Nach 1582 hatte sich ein beachtlicher Steinkohlebergbau entwickelt, allerdings mit unsteter Entwicklung. Immer wieder wurden die Gruben geschlossen. Zu einer kurzen Blütezeit kam es nach dem Ersten Weltkrieg. Um 1922 arbeiteten an die 300 Männer in der König-Ludwig-Zeche, früher Büttnerszeche. 1949 wurde nach einer weiteren Stilllegung - sie erfolgte 1926 - endgültig der Bergwerksbetrieb eingestellt. gf