"Suche Pelze, Nähmaschinen, Schreibmaschinen, alles aus Oma's Zeiten" oder "Gold- und Pelzankauf" - wer kennt sie nicht, diese oder ähnliche Anzeigen in Tageszeitungen und Werbezeitschriften. Das Polizeipräsidium Unterfranken mahnt jedoch zur Vorsicht. In letzter Zeit häufen sich die Fälle, in denen Trickbetrüger versuchen, über diese Anzeigen in die Wohnungen und Häuser der Menschen zu kommen.

Betrüger an der Haustür haben zumeist das Ziel, in die Wohnung ihrer Opfer zu gelangen, um dort nach Bargeld, Schmuck oder anderen Wertsachen zu suchen. Dazu geben sie sich als Hilfsbedürftige, Handwerker, Mitarbeiter der Stadtwerke aus oder schalten Anzeigen in Tageszeitungen und bieten eben den Ankauf von Pelzen, Gold oder anderen Dingen an.

Die oftmals schauspielerisch begabten "Eindringlinge" verwenden im Grunde nur ganz wenige Tricks, zu denen sie sich aber immer neue Varianten einfallen lassen. So treten sie in ganz unterschiedlichen Rollen auf: Mal geben sie sich als Hilfsbedürftiger, mal als Handwerker in Arbeitskleidung, mal als seriös gekleideter Geschäftsmann, oder sogar als angebliche Amtsperson, zum Beispiel als Polizeibeamter, aus.

In den bereits seit August auftretenden Fällen in der Region Untermain schalten die Betrüger Anzeigen in Zeitungen und bieten den Ankauf von Pelzen, Gold, Schreib- und Nähmaschinen an. Sehr schnell verlieren die Täter das Interesse an denen per Inserat gesuchten Dingen und fragen aufdringlich nach Gold oder Goldschmuck. Großes Interesse zeigen die Betrüger an den Aufbewahrungsorten von Schmuck und Goldmünzen.

Die Polizei weist darauf hin, dass zudem Goldankauf im Reisegewerbe nicht zulässig ist. Die Täter nutzen hier teilweise eine rechtliche Grauzone aus, indem sie vorab Termine mit den Kunden vereinbaren und somit nicht unter die Regelungen des Reisegewerbes fallen. Außerdem arbeiten sie wohl mit "Briefkastenfirmen" oder kurzzeitigen Gewerbeanmeldungen.

Andere Betrüger bieten ihren Opfern Haustürgeschäfte an, beispielsweise spontane Handwerkerleistungen oder versuchen, sie zum Abschluss eines Abonnements oder einer Spende zu drängen. Bei einer anderen Variante des Haustürbetrugs sprechen die Betrüger nicht einmal mehr persönlich vor, sondern werfen namentlich ausgefüllte "Benachrichtigungen" in die Briefkästen ihrer Opfer: Weil angeblich niemand angetroffen wurde, sollen diese dann "zur Vereinbarung eines Gesprächstermins in Ihrer Angelegenheit" oder "zur Abholung Ihres Pakets" eine kostenintensive Telefonnummer anrufen.

Die Polizei rät:

• Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen der Tür durch den Türspion oder durch das Fenster genau an. Öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel.

• Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung. Bestellen Sie Unbekannte zu einem späteren Zeitpunkt wieder, wenn eine Vertrauensperson anwesend ist.

• Wehren Sie sich energisch gegen zudringliche Besucher, sprechen Sie sie laut an oder rufen Sie um Hilfe.

• Treffen Sie mit Nachbarn, die tagsüber zu Hause sind, die Vereinbarung, sich bei unbekannten Besuchern gegenseitig Beistand zu leisten.

• Verlangen Sie von Amtspersonen grundsätzlich den Dienstausweis und prüfen Sie ihn sorgfältig auf Druck, Foto und Stempel. Rufen Sie im Zweifel vor dem Einlass die entsprechende Behörde an. Suchen Sie deren Telefonnummer selbst heraus.

• Denken Sie daran: Banken, Sparkassen, Polizei oder andere Behörden schicken Ihnen nie "Geldwechsler" oder "Falschgeld-Prüfer" ins Haus. Verständigen Sie über das Auftauchen derartiger Personen umgehend die Polizei.

• Lassen Sie nur Handwerker in Ihre Wohnung, die Sie selbst bestellt haben oder die von der Hausverwaltung angekündigt worden sind. Das gleiche gilt für vermeintliche Vertreter der Stadtwerke.

• Nehmen Sie für Nachbarn nichts ohne deren ausdrückliche Ankündigung entgegen, zum Beispiel Nachnahmesendungen oder Lieferungen gegen Zahlung.

• Wechseln Sie nie Geld an der Haustür. Sie könnten durch Falschgeld betrogen werden.

• Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen jemand etwas an Ihrer Haus- beziehungsweise Wohnungstür verkaufen will. Häufig ist dies eine Masche von Kriminellen mit dem Ziel, von Ihnen eine Unterschrift unter einen Vertrag zu erhalten, zum Beispiel für eine Versicherung, einen günstigen Stromtarif, ein Zeitschriftenabonnement oder ein Haushaltsgerät. Andere versprechen Gewinne oder behaupten für ein soziales Projekt zu arbeiten. Wieder andere geben sich als Mitarbeiter von seriösen Firmen aus. red