Die Erreichbarkeit der Plassenburg mit dem Auto, die Attraktivität der Museen und deren Vermarktung sind echte Dauerbrenner-Themen und wurden auch bei der Hauptversammlung des Vereins "Freunde der Plassenburg" in den Gewölben der Burgschänke "Al Castello" ausführlich diskutiert.
Seit November 2015 können Besucher die Plassenburg mit dem Auto direkt anfahren - eine Neuerung, die maßgeblich auch von den Freunden der Plassenburg mit angestoßen wurde. Die aktuelle Regelung ist allerdings ein Probebetrieb, der lediglich bis Ende März das Parken auf der Burg in speziell gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Vorsitzender Peter Weith beschrieb die Situation so: "Die rot-weißen Markierungen, Ketten und Pfosten im Kasernenhof sehen zwar nicht sehr schön aus, aber immerhin haben sich dadurch die anfänglichen Probleme des wilden Parkens verbessert." Nach Ostern will die Schlösserverwaltung ein Resümee ziehen, "und dann werden wir sehen, wie die Verkehrserschließung für unser Wahrzeichen weiter gehandhabt werden wird." Die Freunde der Plassenburg sehen der Auswertung dieses Versuchs mit Spannung entgegen und wollen sich bei den Verantwortlichen weiter für eine dauerhafte und sinnvolle Erschließung der Festung für Individual- wie auch Busreiseverkehr einsetzen.


Keine pädagogischen Angebote

Im Lauf der Diskussion wurden Stimmen laut, die forderten, dass von Vereinsseite darauf gedrungen werden solle, dass das Angebot auf der Burg attraktiver für Besucher werde. Frank Günther, Lehrer aus Bayreuth und Vorstandsmitglied, berichtete von seinen alljährlichen Besuchen mit gleichzeitig jeweils fünf siebten Klassen auf der Burg, die durch das persönliche Engagement vonseiten der Mitarbeiter der Schlösserverwaltung überhaupt erst möglich würden. "Aber nur weil ich die Plassenburg und den Kastellan Harald Stark kenne, lotse ich die Klassen hier herauf. Werbung oder gar pädagogische Angebote für Schulklassen erreichen uns Lehrer in Bayreuth überhaupt nicht." Auch andere Plassenburgfreunde bestätigten, dass es an Werbung für die Burg insgesamt und die Museen im Besonderen seit Jahren mangele.
Stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann forderte: "Es sollte ein Gesamtplan für Nutzung, Erschließung und die musealen Einrichtungen der Plassenburg entstehen." Dazu müssten alle an einem Strang ziehen.
Das Jahr 2016 bringt einige Veränderungen für den Verein, so werden die Veranstaltungen der Freunde der Plassenburg jetzt schwerpunktmäßig auf der Plassenburg stattfinden, besonders in der Burgschänke, aber auch im Arsenalbau, Flaggenhof und in den Museen. "Mit den Historischen Stammtischen sind wir ab sofort auf der Plassenburg, genau an dem Ort, der seit fast 90 Jahren das Zentrum der Vereinsarbeit ist und es auch auf Dauer bleiben soll", so Weith. Neu im Vereinsleben wird auch eine Benefizveranstaltung im Sommer sein, zu der die Freunde der Plassenburg für den 2. Juni in den Flaggenhof einladen. Die im Rahmen der Veranstaltung nach Planungen des Vereins zu erzielenden Einnahmen sollen entsprechend den Vereinsstatuten einem kulturellen und einem sozialen Zeck zufließen.


Neuer Internetauftritt

Auf Großbildleinwand wurde der genau am Abend der Jahreshauptversammlung freigeschaltete neue Internetauftritt des Vereins präsentiert. Besucher der Seite www.freunde-der-plassenburg.de finden neben Informationen zum Verein auch Bilder und Informationen zu allen Museen in der Burg und eine Fülle an Bildmaterial. In den kommenden Monaten werde auf Initiative des Vereins ein Film mit vielen Luftaufnahmen von der Plassenburg gedreht.
Der Mindestmitgliedsbeitrag wurde einstimmig auf 20 Euro pro Jahr und auf 10 Euro für Auszubildende und Studierende festgesetzt. Die Mitglieder beschlossen auch eine Verlegung des Geschäftssitzes der Freunde der Plassenburg. Der Verein kann künftig unter der Adresse Rosenkrantzstraße 28-30 in Kulmbach kontaktiert werden. Mit derzeit 341 Mitgliedern ist er der größte Kulturverein in Stadt und Landkreis Kulmbach.