Peter Schmieder

Bei der Bürgerversammlung im Sportheim von Oberhohenried drehte sich vieles um das Thema Straßenverkehr. Einige Oberhohenrieder wünschen sich bessere Möglichkeiten, aus unübersichtlichen Einmündungen in die Haßfurter Straße zu kommen, außerdem kamen die hohen Geschwindigkeiten mancher Autofahrer zur Sprache.
Fünf Jahre war es her, dass der damalige Haßfurter Bürgermeister Rudi Eck zur letzten Bürgerversammlung in Oberhohenried eingeladen hatte. Mittlerweile hat Günther Werner das Amt des Stadtoberhaupts übernommen. Zu Beginn der Versammlung im Sportheim berichtete er, was sich seit damals verändert hat. So seien einige Maßnahmen, die damals gefordert worden sind, mittlerweile umgesetzt, wie beispielsweise die Umgestaltung am Kriegerdenkmal, die Anbringung eines Spiegels gegenüber der unübersichtlichen Einmündung der Steinernen Heide in die Haßfurter Straße oder die Sanierungen des Radwegs nach Römershofen und des Spielplatzes. Hier, so berichtete der Bürgermeister, solle bald noch ein neues Klettergerüst aufgestellt werden. "Aber da gibt es momentan eine so große Auswahl, dass wir erst gemeinsam etwas auswählen sollten", schlug Werner vor.
Bei den Bürgern des Ortes bedankte sich Günther Werner für eine Spende von 1350 Euro, mit der sie sich an Arbeiten am ehemaligen Rathaus von Oberhohenried beteiligten, um dort wieder eine Glocke auf dem Dach zu installieren. "Das ist nicht selbstverständlich", betonte Werner. Die restlichen 3150 Euro trug die Stadt.
Zum Thema Feuerwehrsirene meinte der Bürgermeister: "Wir sind an einem neuen Konzept dran. Für alle Ortsteile." An diesem arbeite die Stadt zusammen mit Haßfurter Feuerwehrkommandanten Martin Volpert. Die Situation sei nicht nur in Oberhohenried, sondern auch in anderen Stadtteilen schwierig, da Standorte nötig sind, von denen aus der ganze Ort zu beschallen ist. "Es ist ein neues Konzept geplant, vielleicht auch mit mobilen Sirenen."
Ein weiteres Thema, das der Bürgermeister ansprach, war der Hochwasserschutz. Hier ging es unter anderem um die nötige Eigenvorsorge der Bürger, denn laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt gilt: "Wer am Fluss lebt, muss sich der möglichen Gefahren bewusst sein". So könne ein Jahrhunderthochwasser durchaus dazu führen, dass Häuser an der Nassach evakuiert werden müssen. Bei hohen Wasserständen wären auch die Straßen nach Haßfurt und Hofheim nicht mehr passierbar. Oberhohenried wäre dann nur noch Richtung Königsberg zu verlassen. "Es geht mir darum, die Bürger zu sensibilisieren. Denn vor einigen Jahren, als es an der Donau das große Hochwasser gab, hat da keiner dran gedacht", erklärte der Bürgermeister.
Auch angesprochen wurde ein Antrag von Sonja Käb, einen Radweg in Richtung Königsberg zu schaffen, der bereits vor der Versammlung bei der Stadt eingegangen war. Die aus Oberhohenried stammende Stadträtin Heike Appel warf die Frage auf, wie viele Menschen überhaupt von dem Radweg profitieren würden. "Es ist ein Einzelanliegen", meinte sie und fragte, ob es sinnvoll sei, hohe Baukosten für einen wenig befahrenen Weg auszugeben. Sonja Käb widersprach, schließlich gebe es Fördermöglichkeiten für Bauprojekte, durch die die Stadt nur einen kleinen Teil der Kosten zu tragen hätte. Außerdem gebe es auch sonst ein gut ausgebautes Netz an Radwegen im Kreis.
Hauptthema der Diskussion war allerdings der Straßenverkehr. Einige Bürger beschwerten sich über die hohen Geschwindigkeiten der Autofahrer in der Ortsdurchfahrt. Skeptisch entgegnete der Bürgermeister, dass auch die Kommune nicht viel ausrichten könne, wenn sich die Fahrer nicht an die Verkehrsregeln halten. Einige Oberhohenrieder machten Vorschläge zur Lösung des Problems. Unter anderem könne man die Ortsschilder weiter nach außen setzen und die Autofahrer so früher zum Abbremsen zwingen. Andere brachten eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Stundenkilometer ins Gespräch, auch die Installation einer Fußgängerampel oder "Schlafender Polizisten", also Erhebungen auf der Straße, die Autofahrer zwingen, langsam zu fahren, kamen zur Sprache. Alle diese Möglichkeiten seien aber schwer umzusetzen, meinte der Bürgermeister, denn da die Ortsdurchfahrt eine Staatsstraße ist, müsse alles mit dem Staatlichen Bauamt abgestimmt werden. Außerdem, so machte er deutlich, hätten Hindernisse wie Erhebungen in der Straße auch Nachteile. Lärm und Pkw-Schäden zum Beispiel.