Es ist schon sehr lange her, dass die Fußball-Bezirksliga Oberfranken West so qualitativ hochwertig und ausgeglichen war, wie in dieser Saison. Großen Anteil daran haben die vier Neulinge, die Aufsteiger mischen kräftig mit. Allen voran der TSV Sonnefeld: Seit Spieltag Nummer 8 steht das Team von Spielertrainer Bastian Renk auf Platz 1 und startet mit einem Sieben-Punkte-Vorsprung vor dem TSV Ebensfeld und der SpVgg Ebing im März in die Restrückrunde.
Neun Partien ohne Niederlage - darunter sechs Siege bei 20:6 Toren - hievte die Ebensfelder auf Rang 2. Punktgleich mit dem TSV ist die SpVgg Ebing, die ihre Begegnungen gegen die Top 4 zwar alle verlor, sich aber keine weitere Niederlage leistete. Nichts Neues beim FC Oberhaid in punkto Offensive: Die Jungs von Trainer Alex Stretz stellen mit Marcel Kutzelmann (16 Treffer ) den Top-Torschützen der Liga. Doch mindestens genauso wichtig für das gute Abschneiden des FCO war die bärenstarke Abwehr.
Durchaus zufrieden wird Aufsteiger DJK Bamberg II sein. Fehlende ergebnistechnische Konstanz - kleine positive und negative Serien wechselten sich ab - verhinderten ein noch besseres Abschneiden. Mit großen Erwartungen gestartet und dann unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt wurde TSV Merkendorf. Die Remis-Könige - acht Spiele in Serie ohne Niederlage - blieben in der unteren Tabellenhälfte kleben. Trainer Ralf Schmitt zog die Konsequenzen und trat zurück. Thomas Schulz übernahm und brachte die Merkendorfer durch drei Siege in Folge über den ominösen Strich.
Für Furore sorgte Frühstarter TSV Breitengüßbach mit vier Siegen in Folge. Damit verschaffte sich die Herl-Truppe zwar Respekt beim Gegner, wurde forthin aber auch nicht unterschätzt. Abgesehen vom ersten Spieltag ist der 14. Rang für den FSV Unterleiterbach die bislang beste Platzierung. Dazu trugen zwei späte Zu-Null-Siege wesentlich bei. Die Schwäche des TSV Schammelsdorf ist augenscheinlich. Die Kauder-Schützlinge brachten bislang auswärts so gut wie nichts auf die Reihe. In ihren acht Versuchen "auf Reisen" gelangen ihnen nur drei Tore, was zu einem Zähler reichte. Aufgrund eines enormen personellen Aderlasses bei der SpVgg Stegaurach hat Trainer Mathias Ganzmann eine Herkules-Aufgabe vor sich. Erst im neunten Anlauf gelang der erste "Dreier". Doch das junge Team scheint sich gefunden zu haben. Nachfolgend die Zwischenbilanz der sportlich Verantwortlichen bei den Vereinen aus dem Spielkreis Bamberg.

Thomas Häublein (Abteilungsleiter des TSV Ebensfeld, Platz 2/32 Punkte): "Nach dem unglücklichen Abstieg aus der Landesliga fiel die Mannschaft zu Beginn der Serie in ein Loch. Zudem musste der Abgang der beiden Stammkräfte Tommy Grünert und Dominik Eideloth verkraftet werden. Obwohl die Mannschaft nach einer zwar kurzen, aber guten Vorbereitung zum Saisonstart in Bestbesetzung antrat, reichte es aufgrund ungewohnter individueller Fehler nur zu einem Sieg im Derby gegen den FSV Unterleiterbach. Die Jungs rauften sich jedoch zusammen und starteten nach dann richtig durch. Die Initialzündung erfolgte mit dem Spiel in Marktzeuln, als wir nach der Halbzeitpause durch Tore von Benedikt Quinger und Florian Häublein die Partie noch drehen konnten. Die beiden trafen dann ab diesem Zeitpunkt - oft in Szene gesetzt vom unermüdlichen Spielführer Kevin Popp - fast nach Belieben und waren damit maßgeblich am Erfolg beteiligt. Zudem stabilisierte sich auch die anfangs anfällige Defensive und ließ kaum noch Tore zu. Es folgte eine Serie von elf Spielen ohne Niederlage, was nun zur Winterpause mit Platz 2 belohnt wurde. Damit liegen wir zur Winterpause absolut im Soll."

Bernhard Landgraf (Abteilungsleiter der SpVgg Ebing, 3./32): "Eigentlich schon standesgemäß begann die Saison mit einer Niederlage. Auch in den weiteren Spielen musste sich die Mannschaft erst finden. Trainer Heiner Dumpert musste die Neuzugänge integrieren und aus den Spielern eine Einheit formen. So gab es einige spektakuläre Ergebnisse, wie der 6:3-Heimsieg gegen Unterleiterbach oder die 3:5-Niederlage gegen Bosporus Coburg. Danach war das Team eingespielter und die Abwehrt stabiler, jedoch kam es des Öfteren zu Unkonzentiertheiten, und manche Gegentreffer konnte man nicht vermeiden. Nur noch zwei Niederlagen kamen hinzu, zu Hause gegen Tabellenführer Sonnefeld und die unglückliche Niederlage in Ebensfeld. Platz 3 zur Winterpause kann sich sehen lassen. Doch ist die Bezirksliga ausgeglichener geworden, keine Begegnung ist ein Selbstläufer. Zum Start im März hoffen wir auf die Rückkehr der Verletzten, so dass unsere Mannschaft noch breiter aufgestellt ist."

Oliver Dotterweich (Sportvorstand des 1. FC Oberhaid, 4./28): "Für uns war klar, dass auch für diese Saison als erstes Ziel nur der Klassenerhalt stehen kann. Uns war auch bekannt, dass wir ab Oktober aus beruflichen Gründen nur noch unregelmäßig auf unsere Innenverteidigung Fischer/Schmitt zurückgreifen konnten. Dies, verbunden mit den schweren Verletzungen von Dotterweich und Jameson, machte sich dann auch bemerkbar, und wir konnten in den letzten drei Spielen nicht mehr als Sieger vom Platz gehen. In der Winterpause stehen wir jetzt auf einem trügerischen vierten Rang mit Tuchfühlung auf Tabellenplatz 2, aber auch mit nur acht Punkten Vorsprung auf einen Relegationsplatz. Alles in allem sind wir jedoch mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Unsere Offensive um Goalgetter Kutzelmann ist wieder eine der stärksten der Liga und ein Garant für unsere aktuelle Platzierung. Wir müssen aber nach dem Winter über eine gute und intensive Vorbereitung die Grundlagen schaffen, um positiv aus der Pause zu kommen. Mit unserem dezimierten Kader, den vielen englischen Wochen aufgrund von Pokal- und Nachholspielen kannst du schnell in einen negativen Lauf kommen. Dies gilt es zu verhindern".

Christian Musik (Spielleiter der DJK Don Bosco Bamberg II, 5./27): "Mit dem fünften Tabellenplatz in einer sehr ausgeglichenen Liga mit einer hohen Leistungsdichte kann die DJK Don Bosco Bamberg II ein sehr positives Fazit zum Jahresende ziehen. So sind wir nach dem souveränen Spitzenreiter Sonnefeld der aktuell zweitbeste Aufsteiger und reihen uns in der Spitzengruppe unmittelbar hinter so namhaften Vereinen wie Ebensfeld, Ebing und Oberhaid ein. Ein wichtiger Baustein für das gute Abschneiden war die sehr gute Heimbilanz der Mannschaft, dies gilt es im neuen Jahr zu bestätigen. Mit Stabilisierung der Leistungen in den Auswärtsspielen sollte das Ziel Klassenerhalt realisiert werden."

Werner Kraus (Spielleiter des SV Merkendorf (9./22): "Der SVM kann mit dem bisherigen Saisonverlauf natürlich nicht ganz zufrieden sein. Wir hatten einen holprigen Start mit einem Sieg und zwei Niederlagen. Dann kam die ominöse Serie von acht ungeschlagenen Spielen, aber davon leider sieben Unentschieden, so dass wir uns erst einmal in der unteren Tabellenhälfte festsetzten. Danach kam der Tiefpunkt der Serie, als wir drei Niederlagen in Folge einstecken mussten. Besonders schmerzlich war die Pleite beim Mitkonkurrenten in Unterleiterbach, woraufhin Trainer Ralf Schmidt sein Amt niederlegte. Interimsmäßig übernahm Thomas Schulz das Zepter und hauchte der Mannschaft wieder Selbstvertrauen ein, so dass sie die letzten drei Spiele vor der Winterpause gewinnen konnte. Somit gehen wir doch noch einigermaßen beruhigt in die Pause. Nach der enttäuschenden Vorrunde zählt in dieser Saison nur der Klassenerhalt, den wir mit Interimstrainer Thomas Schulz perfekt machen wollen."

Markus Zeller (Abteilungsleiter des TSV Breitengüßbach, 11./22): "Für den TSV Breitengüßbach galt als Aufsteiger in die Bezirksliga natürlich nur der Klassenerhalt, jedoch gelang uns zu Saisonbeginn ein Traumstart. Wir sammelten viele Punkte und konnten uns im oberen Tabellendrittel festsetzen. Dennoch blieb die Zielsetzung die gleiche. Die langen Verletzungspausen einiger wichtiger Spieler brachten uns aus der Spur, und es wurde in der letzten Zeit wenig gepunktet. Dennoch stehen wir mit 22 Zählern noch im Soll und hoffen, in den Spielen nach der Winterpause die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einfahren zu können. Wie gut die Leistungen eigentlich bisher waren, ist allein daran zu erkennen, dass die meisten Spieler von uns vor zwei Jahren noch in der Kreisklasse gespielt haben. Einen sehr großen Anteil an diesen Fortschritten hat unser Trainer Roman Herl, der seit Jahren hervorragende Arbeit abliefert."

Gerald Eberlein (Abteilungsleiter des FSV Unterleiterbach, 12./17): "Zu Beginn der Serie konnte Trainer Lutvi Jefkay nicht auf einige etablierte Spieler zurückgreifen, da sich in der Vorbereitung einige verlezt hatten bzw. wegen Urlaub ausfielen. So dauerte es bis zum sechsten Spiel gegen die SpVgg Stegaurach, um den ersten Dreier der Saison einzufahren. Ein großes Manko ist die mangelnde Chancenverwertung. Dadurch wurden Spiele aus der Hand gegeben oder endeten mit einem Remis wie die Heimspiele gegen Mönchröden und Mitwitz, die sich wie Niederlagen anfühlten. Nichtsdestotrotz ließ sich unser Trainer dadurch nicht aus der Bahn werfen und arbeitete akribisch weiter. Von den letzten vier Spielen vor der Winterpause konnten drei gewonnen werden. Wir hoffen, dass diese Euphorie mit ins neue Jahr überschwappt und weiter emsig Punkte gesammelt werden. Somit sollte das angestrebte Ziel Klassenerhalt keine Utopie sein."

Gerhard Uzelino (Abteilungsleiter des TSV Schammelsdorf, 13./17): "Die Saison hat eigentlich ganz gut begonnen mit Heimsiegen gegen den TSV Breitengüßbach und den SV Merkendorf. Dazwischen lag eine Niederlage bei Don Bosco Bamberg II, die, wie sich im Laufe der Zeit herausstellte, der Beginn einer Auswärtsschwäche war. Diese zog sich wie ein roter Faden durch die restlichen Partien bis zum letzten Spiel vor der Winterpause. Bei einigen Begegnungen auf fremdem Terrain war die Mannschaft wie ausgewechselt im Vergleich zu dem vorausgegangenen Heimspiel und hat auch verdient verloren. Es waren jedoch auch welche dabei, die doch recht unglücklich gelaufen sind, so zum Beispiel beim Tabellenführer in Sonnefeld. Fakt ist, dass ein Pünktchen in der Ferne einfach zu wenig ist, um in der Klasse zu überleben. Die Bezirksliga ist heuer vom Niveau noch etwas höher einzuschätzen. Wir hoffen, dass es uns nach der Winterpause gelingt, den Auswärtsfluch abzulegen und vielleicht so eine Rückrundenserie wie im Vorjahr starten zu können. Es wird ein hartes Stück Arbeit für Trainer und Mannschaft, das Ganze über dem Strich zu beenden. Die Hoffnung stirbt zuletzt."

Claudia Steblein (Vorstandsvorsitzende der SpVgg Stegaurach, 15./13): "Nach einem großen Umbruch vor der Saison - elf Abgängen von erfahrenen Spielern standen nur fünf Neuzugänge ohne Bezirksliga-Erfahrung gegenüber - war und ist nach wie vor das einzige Ziel der Klassenerhalt. Für Trainer Mathias Ganzmann und den Verein war bereits zu Beginn der Saison klar, dass dies eine Herkulesaufgabe wird und der Klassenerhalt wahrscheinlich nur über den Umweg der Relegation machbar sein wird. Aktuell hat die Mannschaft nur zwei Punkte Rückstand, und die Relegationsplätze sind in greifbarer Nähe. Der Abstand zum direkten Klassenerhalt ist mit neun Punkten allerdings schon gewaltig und kann wohl nur durch eine außergewöhnliche Rückrunde noch erreicht werden. Mit 26 Gegentreffern aus 17 Partien steht das Team im Vergleich zu den anderen Mannschaften recht ordentlich da, allerdings sind die 16 erzielten Treffer definitiv zu wenig, um das Ziel zu erreichen. Chancen waren in den bisherigen Spielen genug vorhanden, um den ein oder anderen Zähler mehr mitzunehmen. Hier gilt es auch in der Rückrunde anzusetzen."