Die Blaskapelle Neundorf startete das Jubiläumsjahr zu ihrem 50-jährigen Bestehen mit einem ersten Höhepunkt. Die Musiker luden zum "Böhmischen Abend" in ihre Heimatgemeinde nach Weitramsdorf ein und boten in der ausverkauften Sport- und Kulturhalle einem erwartungsvollen Publikum ein attraktives und mitreißendes Konzert. Ein ganz besonderes Schmankerl hatten die Verantwortlichen um den Vorsitzenden Andreas Böhm vorbereitet: Es war ihnen gelungen, mit der überaus charmanten Sandra Spindler eine Moderatorin zu finden, die es verstand, routiniert und kurzweilig durch das Programm zu führen.


Die Ohren gespitzt

Mit dem eigens vom Dirigenten Sascha Dalke komponierten Konzertmarsch "Sterne am Horizont" hatten die Musikanten die Aufmerksamkeit des Publikums. Anschließend wurden die Gäste gesanglich mit der Polka "Schön bei euch zu sein" vom Gesangsduo Theresa Böhm und Sascha Dalke begrüßt. Überhaupt waren erfreulich viele Gesangsstücke, dargeboten von mehreren wechselnden Paaren, im Programm. So zum Beispiel der Walzer "Ich liebe das Leben", welcher von Kathrin Böhm und Stephan Vogt gesungen wurde, oder, "Wenn zwei Herzen fragen", ebenfalls ein Walzer, gesungen von Carmen und Mario Helmprobst.
Dazwischen gab es aber auch jede Menge Polkas wie: "Egerländer Feiertag" oder ein Solo für Trompete mit dem Titel "Bavaria", wofür Sascha Dalke den Taktstock mit der Trompete tauschte. Die Akteure auf der Bühne boten einen großen bunten Reigen an neuen Melodien, mischten geschickt auch ältere Musikstücke darunter. Bei der Polka "Ein halbes Jahrhundert" besuchten sie kurzerhand ihr begeistertes Publikum im Saal und ernteten dafür frenetischen Applaus.
Dazwischen gelang es der wunderbaren Moderatorin immer wieder, durch viele humorvolle Geschichten rund um die Musik das Publikum zum Schmunzeln zu bringen und so den Abend noch unterhaltsamer zu gestalten. In die wohlverdiente Pause verabschiedeten sich die Bläser mit einem Leckerbissen der besonderen Art: Das Potpourri "Maria", eine bunte Mischung der bekanntesten Marienlieder, im Polkatakt arrangiert, verblüffte im ersten Moment die Zuhörer, hielt sie anschließend aber nicht davon ab, den Künstlern begeistert zu applaudieren und Zugabe zu fordern.
Mit dem Konzertmarsch "Jubiläumsklänge" kehrten die Musiker auf die Bühne zurück und knüpften nahtlos da an, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Es folgten Polka- und Walzermelodien, mal mit Gesang mal instrumental und sorgten für "Magische Momente" wie einer der Titel aus der Feder von Alexander Pfluger heißt. Aber auch im zweiten Teil des Konzertes gab es Überraschendes. So sang sich Theresa Böhm als Solistin mit Helene Fischers Titel "Wär' heut' mein letzter Tag", welcher von Sascha Dalke für Blasorchester arrangiert wurde, in die Herzen des Publikums. Mit der Polka "Und die Moldau fließt weiter" wurde es dann ein wenig russisch und folkloristisch, anschließend folgte die "Polka Nr. 37", welche, selbst für den Dirigenten überraschend, aus der Saalmitte erklang, wohin sich die Tenor- und Flügelhörner, sehr zur Freude der Zuhörer, geschlichen hatten.
Langsam ging der schöne Abend zu Ende, und so verabschiedete Sandra Spindler sich und die Blaskapelle Neundorf und dankte dem Publikum für den großen Applaus auf ihre ganz eigene Weise. Zusammen mit Sascha Dalke sang sie das "Egerländer Medley" und zeigte, dass sie nicht nur eine großartige Moderatorin ist, sondern auch als Sängerin das Publikum zu unterhalten weiß. G. Schuster