Das Wirtschaftsjahr 2017 des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises wird sehr unauffällig verlaufen, ohne große Überraschungen. Das konnte Werkleiter Wilfried Neubauer dem Kreistag-Umwelt- und Werkausschuss am Mittwoch berichten, als er den Zwischenbericht für den Zeitraum zum 30. Juni vorlegte und erläuterte. Unter dem Strich steht zwar ein Fehlbetrag von 132 000 Euro, doch der ist beabsichtigt, weil im laufenden Gebühren-Zeitraum Mehreinnahmen aus den Vorjahren zurückerstattet werden.
Kredite wurden bis zur Jahresmitte nicht aufgenommen, das sei auch bis Jahresende nicht geplant, erläuterte Wilfried Neubauer in der Sitzung im Landratsamt in Haßfurt. Lediglich für die Errichtung der Photovoltaikanlage auf dem bereits verfüllten Abschnitt der Deponie wurde ein Darlehen von 1,5 Millionen Euro aufgenommen, das planmäßig getilgt wird und sich derzeit auf 1,12 Millionen beläuft.


Rückstellungen

Das Darlehen wurde dem Abfallwirtschaftsbetrieb damals vorgeschrieben. Lieber hätte man die Rückstellungen für die Deponieabdeckung zinsbringend investiert, das wurde aber nicht genehmigt. Diesen Rückstellungen, die sich um die acht Millionen Euro belaufen, widmeten die Ausschuss-Mitglieder ein größeres Augenmerk und ließen sich die Details von Wilfried Neubauer erläutern. Die Aufsichtsbehörden haben auf diese Rückstellungen ein besonderes Augenmerk, damit Kosten, die sich aus dem Müll früherer Jahre ergeben, nicht zu Lasten der aktuellen oder zukünftigen Gebührenzahler gedeckt werden.
Aus dem Zwischenbericht geht hervor, dass im ersten Halbjahr 3988 Tonnen Haus- und Sperrmüll und 705 Tonnen sonstige Abfälle der thermischen Behandlung zugeführt wurden, also im Gemeinschaftskraftwerk in Schweinfurt (GKS) verbrannt wurden. Das liegt im Planwert. Auf der Deponie Wonfurt wurden im ersten Halbjahr 2136 Tonnen abgelagert, der Planwert für das gesamte Jahr beläuft sich auf 4670 Tonnen.


Defizite sind eingeplant

Zur Abfallvermeidung betreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb die Projekte "Möbel ZAK" und "Wühlkiste", die naturgemäß ein Defizit erwirtschaften. Der Umwelt- und Werkausschuss bewilligte jedem der beiden Projekte 130 000 Euro an Kosten, beide werden deutlich darunter bleiben. Zum Halbjahr gab es bei Möbel ZAK ein Minus von 52 224 Euro, bei den Wühlkisten von 46 380 Euro.


Kleinmengen konkretisiert

Ganz klassisch habe sich auch das Jahr 2016 entwickelt, für das Neubauer den Jahresabschluss vorlegte. Die Jahresrechnung 2016 ist, wie der Ausschuss erfuhr, bereits vom Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband geprüft worden.
Überarbeitet werden musste die Gebührensatzung für die öffentliche Abfallentsorgung des Landkreises Haßberge. Nicht weil sich die Gebühren ändern würden, sondern weil dem Bayerischen Landesamt für Maß und Gewicht die bisherigen Regelungen bezüglich Kleinmengen zu ungenau waren. Wenn bisher jemand einige Eimer Bauschutt oder einen Anhänger Grünschnitt an der Kreisdeponie in Wonfurt anlieferte, dann galten Pauschalen und die Mitarbeiter waren angehalten, möglichst kundenfreundlich eher ab- als aufzurunden. Grundsätzlich ändert sich für den Bürger auch mit den neuen, konkreteren Festlegungen nichts, aber wer mit der Pauschale nicht einverstanden ist, der kann seine Kleinmenge künftig in Referenzgefäße umfüllen, um das genaue Volumen festzustellen. Nach dem Eichgesetz muss es solche Referenzgefäße geben, so das Amt. Die neue Satzung, die in verschiedenen Abschnitten exaktere Festlegungen erhielt, wurde vom Ausschuss ebenfalls einstimmig verabschiedet.
Zwei Wertstoffhöfe im Landkreis werden verändert, und der Umwelt- und Werkausschuss hatte nichts einzuwenden. In Aidhausen wird der Wertstoffhof aus der bisher im Ort liegenden Halle an den gemeindlichen Bauhof verlegt. Die Gemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung, der Wertstoffhof wird dann auch wesentlich besser zu bewirtschaften sein. Der Wertstoffhof der Gemeinde Theres befindet sich bereits am Bauhof, er wird dort aber verlegt, weil auf der bisherigen Fläche das neue Feuerwehrgerätehaus entsteht. Auch hier wurden die entsprechenden Vereinbarungen mit der Gemeinde getroffen und bei der Neuplanung Verbesserungen für die An- und Ablieferung der Container erreicht. sw