Die Bamberger Mahnwache Asyl geht in der Corona-Krise neue Wege. Seit über drei Jahren versammelten sich jeden Montag um 18 Uhr 60 bis 300 Menschen am Gabelmann in der Bamberger Innenstadt. Die Mahnwache war ein fester Ort, um sich für faire Asylverfahren und eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik einzusetzen.

Seit diesem Montag erscheint wöchentlich montags um 18 Uhr die Mahnwache als Podcast unter https://soundcloud.com/mahnwache-bamberg. Das Mahnwachenteam möchte damit eine Plattform schaffen, um aktuelle Informationen weiterzugeben und Geflüchteten in ihrer Situation eine Öffentlichkeit zu geben. "Auch wenn das öffentliche Leben still steht, die humanitäre Tragödie an der griechisch-türkischen Grenze und die prekäre Situation von Geflüchteten hier bei uns, besteht weiterhin. Jetzt kommt noch die Angst vor Corona dazu" sagt Mirjam Elsel vom Mahnwachenteam. So setzt sich auch der erste Mahnwachen-Podcast mit der aktuellen Situation von Geflüchteten in der Anker-Einrichtung Oberfranken (AEO) auseinander. Alexander Thal vom Bayerischen Flüchtlingsrat erklärt, womit Geflüchtete in Zeiten von Corona zu kämpfen haben. Geflüchtete berichten von ihrer Situation und ihren Sorgen. Das Mahnwachenteam hat dazu einen offenen Brief an die Politik verfasst. Gefordert werden u.a. Vorsorgemaßnahmen. Gefährdete Personengruppen sollen auf kleinere Unterkünfte verteilt werden. Zu hören ist afrikanischer Rap aus der AEO. Janosch Freuding wirft einen Blick auf die dramatische Situation in den Lagern in Griechenland. Die Mahnwache wird veranstaltet vom Netzwerk Bildung und Asyl, der Flüchtlingsinitiative Freund statt fremd, der Interreligiösen Fraueninitiative, der Koordinierungsstelle für die Flüchtlingsarbeit im Evang.-Luth. Dekanat und von Geflüchteten. red