Christiane reuther "Die Macht der Gefühle - Deutschland 1919" heißt die Ausstellung, die im Foyer des Seniorenzentrums der Arbeiterwohlfahrt in Knetzgau bis Ende Oktober von 8 bis 19 Uhr bei freiem Eintritt zu sehen ist.

Die Schau umfasst 22 Tafeln, die 140 historische Fotos und Faksimiles sowie multimediale Begleitangebote beinhalten. Prägnante Texte regen dazu an, sich mit der Macht von Gefühlen in Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen. Die Ausstellung setzt die Forderung nach einem Gegenwartsbezug historisch-politischer Bildungsarbeit um. Die Texte mit Überschriften von Angst über Hass, Hoffnung und Liebe bis hin zu Trauer, Vertrauen, Wut und Zuneigung stammen von den Historikerinnen Ute und Bettina Frevert. Sie nehmen heutige Erscheinungsformen von 20 Gefühlen als Ausgangspunkt und zeigen in den Schautafeln deren historische Entwicklung im 20. Jahrhundert auf.

Anlass der Schau sind die zahlreichen Jahrestage, die 2019 dazu anregen, sich mit der Geschichte von Demokratie und Diktatur in Deutschland auseinanderzusetzen: etwa 100 Jahre Gründung der Weimarer Republik, 90 Jahre Weltwirtschaftskrise, 80 Jahre deutscher Überfall auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkriegs, 75 Jahre 20. Juli und Landung der Alliierten in der Normandie, 70 Jahre doppelte deutsche Staatsgründung, der Regierungswechsel in Bonn vor 50 Jahren sowie 30 Jahre friedliche Revolution und 15 Jahre EU-Osterweiterung.

Bei der Ausstellungseröffnung ging der Geschäftsführer der Volkshochschule (VHS), Holger Weininger, darauf ein, dass bei den Volkshochschulen der Schwerpunkt auf einer demokratischen Bildung liege. Mit der Ausstellung würden gesellschaftspolitische Ansprüche der Arbeiterwohlfahrt und der VHS unterstrichen, die beide seit 100 Jahren bestehen, sagte er.