Robert Wilm ist Vorsitzender des Altenkunstadter Gesangvereins Lyra, und das bereits seit 50 Jahren. "Als ich am 22. Januar 1970 zum Vorsitzenden gewählt wurde, war ich noch keine 21 Jahre alt und nach damaligem Recht nicht einmal volljährig", erinnert er sich. Die 1895 gegründete Lyra, die heuer 125. Geburtstag feiert, zählt zu den ältesten Vereinen der Gemeinde. Während Wilms Amtszeit hat sich viel getan.

Dirigentenmangel führte dazu, dass die Lyra sich am 18. Januar 1972 mit dem Gesangverein Singgemeinschaft zu einer Chorvereinigung zusammenschloss, ihre Eigenständigkeit dabei aber behielt.

Vorsitzender der 1924 als Arbeitergesangverein gegründeten Singgemeinschaft ist seit 35 Jahren Georg Pitteroff. Unter der Regie des 81-Jährigen wurden die gesellschaftlich-kulturellen Angebote weiter ausgebaut. Was Robert Wilm und Georg Pitteroff verbindet, ist sowohl die Liebe zum Chorgesang wie auch die Sorge um die Zukunft ihrer Gesangvereine.

"Aus Altersgründen müssen sich immer wieder Sänger aus dem aktiven Dienst verabschieden. Die entstandenen Lücken sind nur schwer zu füllen", bedauert Pitteroff. Doch mit dem Problem des Mitgliederschwundes stehen die Altenkunstadter Gesangvereine nicht allein da.

Eine Zahlenstatistik macht deutlich, dass 2014 nur noch 44 Prozent der Bundesbürger einem Verein angehörten. Im Jahr 2000 waren es immerhin noch 53 Prozent, 1990 sogar 62 Prozent. Ungeachtet dieser Zahlen zeigen sich Robert Wilm und Georg Pitteroff optimistisch. "Schaut doch mal bei uns vorbei. Wir sind eine familiäre Gemeinschaft, die traditionelles wie auch modernes Liedgut pflegt", laden sie ein. bkl