Rügheim — Ob die Landwirtschaft um jeden Preis dem Wandel gewachsen ist, diskutierte am Freitag in Rügheim beim Unterfränkischen Kirchentag eine Fachrunde. Der Leiter des Schweinfurter Landwirtschaftsamts, Herbert Lang, stellte Fragen an den Umweltbeauftragten des Kirchenkreises Bayreuth, Helmut Bullemer, Landrat Wilhelm Schneider, Bezirks präsident Bernhard Weiler vom Bayerischen Bauernverband, die Vorsitzende Franken der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Isabella Hirsch, den Geschäftsführer Regionale Waren Agrar GmbH Haßberge, Helmut Liebenstein, sowie den Verkaufsleiter der Firma Claas, Josef Seis.

Einst 103 Milchbauern

Eingangs erinnerte Lang an den immensen Wandel. 1950 gab es im Landkreis noch 112 Bauern, darunter 103 Milchbauern, die je sechs Einwohner ernährten. Bernhard Weiler meinte, die Landwirtschaft werde heute von Gesellschaft und Wissenschaft begleitet. Landrat Wilhelm Schneider meinte, die Gemeinden würden alle Betriebe unterstützen und seien oft Vermittler zwischen Landwirten und Ämtern. Josef Seis gab als Mosaiksteinchen hinzu, dass die Maschinen nicht mehr größer würden, nur deren "Intelligenz" könne noch gesteigert werden.
Isabella Hirsch bedauerte, dass der Fortschritt nicht immer das brachte, was wünschenswert sei. Es sei wichtig, die Balance zwischen Leben und Arbeiten zu halten.
Weiler fügte ein, die Tierhaltung habe sich heute insgesamt deutlich verbessert. Landrat Schneider brach eine Lanze dafür, beim Einkauf mehr auf Regionalität zu achten; in den Köpfen müsse sich das ändern. Gentechnik, Flächenverbrauch und Freihandelsabkommen waren weitere Themen. gsch