Martin Schweiger Mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kleinkind erschien ein 33-Jähriger am Freitag zu seiner Verhandlung im Gerichtssaal des Amtsgerichts Haßfurt. "Sie haben ja Ihre positive Sozialprognose gleich mitgebracht", sagte die Richterin lachend.

Die positive Sozialprognose hatte der Angeklagte auch nötig. Denn am 1. April 2019 wurde er in einer Stadt im Maintal mit rund einem Gramm Haschisch und einer noch geringeren Menge Amphetamin bei einer Polizeikon-trolle erwischt. Trotz der kleinen Menge an Rauschgift drohte ihm Gefängnis.

Denn in seinem Sündenregister stehen bereits 16 Einträge, angefangen vom Hausfriedensbruch über Falschaussage sowie Diebstähle, Körperverletzungen bis hin zu Drogendelikten. Gefängniszellen kennt er von innen. Dazu kommt, dass er zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung stand.

Erfolgreiche Therapie

Doch glaubt man dem Angeklagten und seinem Verteidiger, dann hat sich das Blatt im Leben des Angeklagten gewendet. Eine Therapie hat er erfolgreich beendet. Er ist abstinent, steht in Lohn und Brot, hat eine Wohnung mit seiner Lebensgefährtin und nun auch ein gemeinsames Kind - genug für eine positive Sozialprognose. Diese sah der Staatsanwalt gegeben und plädierte daher auf eine Freiheitsstrafe von drei Monaten, die er für vier Jahre zur Bewährung aussetzte. Als Auflage forderte er 75 Stunden gemeinnützige Arbeit sowie regelmäßige Drogen-Screenings.

Die Richterin übernahm in ihrem Urteil die dreimonatige Bewährungsstrafe, verzichtete aber darauf, dem Verurteilten auch noch Sozialstunden aufzubrummen, da er einer geregelten Arbeit nachgeht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.