Fünf rüstige Rentner greifen zu Rechen, Heckenschere und Motorsäge und richten die alte Verbindung zwischen Fabrikschleichach und Neuschleichach her. Der Fußweg nach Althütten, der früheren Bezeichnung für Neuschleichach, lag lange Zeit im Dornröschenschlaf. Jetzt ist diese mit 3,5 Kilometern kürzeste Verbindung der beiden Dörfer wieder gut begehbar, teilte Ulrich Mergner mit, der Leiter des Forstbetriebs Ebrach.

Der Weg führt von Fabrikschleichach zunächst den Berg hinauf, vorbei am Buchbrunnen, der Quelle des Karbaches, und über den Höhenrücken hinunter auf die Flur von Neuschleichach. Am halben Hang auf der nördlichen Bergseite entspringt wieder eine kleine Quelle, das Pendant zur Buchbrunnquelle. Über deren Wasserlauf führt die sagenumwobene Weißgaas-Brücke. Der Sage nach hatte hier ein nächtlicher Wanderer eine unheimliche Begegnung mit einer weißen Rehgeiß.

Überwiegend im Staatswald

Hergerichtet haben den Weg fünf Rentner aus Fabrikschleichach: Gerald Bauer, Klaus Böhm, Ludwig Frey, Werner Hogen, Otto Schramm. Als Fabrikschleichacher Neubürger hat es sich der Ebracher Forstbetriebsleiter Ulrich Mergner nach eigenen Angaben nicht nehmen lassen, selbst mit Hand anzulegen. Der Weg verläuft überwiegend im Staatswald.

Zur Geschichte: Der Ort Fabrikschleichach geht auf eine Waldrodung Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. Es wurde für die in Althütten bestehende Glashütte ein neuer Standort gesucht. So entstand im Jahr 1706 der neue Glashütten-Standort Fabrikschleichach.

Nach anfänglichen Problemen übernahm Baumeister Balthasar Neumann die Glashütte. Er ließ hier Flachgläser produzieren, die in zahlreichen fränkischen Bauwerken der damaligen Zeit für moderne Fenster Verwendung fanden.

Die Neuansiedlung in Fabrikschleichach erfolgte auch durch vormalige Bewohner von Althütten. Die Verwandtschaft war damals auf dem kürzesten Weg unterwegs, dem jetzt hergerichteten Fußweg. red