Betrifft Leserbrief "Kurorchester: Ein Lob und viel Kritik" vom 14. Juli 2018:

Im Leserbrief von Herrn Norbert Wittke vom 14. Juli zur Entwicklung im Kurorchester gibt es einige Kritikpunkte, die einer Relativierung bedürfen. Der Name unseres Orchesterleiters ist Burghard Toelke und nicht Reinhard Toelke. Er steht nach jedem Konzert gerne für Anregungen, Hinweise und Wünsche der Konzertbesucher persönlich bereit, was bisher auch rege genutzt wird.
Die zeitliche Reduzierung der "Big-Band-Musik" im Nachmittagskonzert wurde bemängelt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Herr Toelke hat zugesagt, beim nächsten Stammtisch des Fördervereins darüber Rede und Antwort zu stehen. Ziel wird es sein, neben dem von Herrn Wittke gelobten erweiterten Klassik-Repertoire, über dessen Qualität man zunehmend begeistert ist, auch den Fans flotter Tanzrhythmen Zugeständnisse zu machen.
Dem Förderverein wird es als Fehler angerechnet, dem Orchester zwei E-Geigen zur Verfügung gestellt zu haben. Sie klängen so schrill, dass man unmusikalisch sein müsse, um sie als Musik zu empfinden. Dies sieht man sicher völlig anders, wenn man David Garrets Crossover-Album "Rock Revolution" mit E-Geige anhört. Zudem finden Anschaffungen durch den Förderverein nur auf Vorschlag und in Abstimmung mit der Orchesterleitung statt.
Eine der beiden E-Geigen wurde übrigens an Pfingsten beim Einbruch in die Wandelhalle gestohlen, die andere wird nur während der Big-Band-Musik bespielt, die doch laut Wittke "abgeschafft" wurde.
Auch bei der Kritik an der Moderation sollte man nicht vergessen, dass die sachbezogenen Informationen von Reinhold Roth über Herkunft und Geschichte der Musikstücke eine echte Bereicherung sind und allgemein sehr gelobt werden. Bei gelegentlichem Vortrag von Gedichten sollte man sehr zurückhaltend sein und es bei den Klassikern wie Eugen Roth, Christian Morgenstern usw. belassen und nicht einem lokalen Dichter ein ständiges Forum bieten.
Was der Kritiker als "scheibchenweise in Urlaub gehen" zu beobachten glaubt, sind Krankmeldungen von einzelnen Musikern, die sogar teilweise durch die Verpflichtung von Musikstudenten kompensiert wurden.
Im Übrigen finde ich es für den Tourismus abträglich, wenn man Bad Kissingen wegen Baulärms öffentlich als lauteste Kurstadt bezeichnet. Es ist dies das subjektive Empfinden der Bürger, die an einer Baustelle wohnen.
Kurt Rieder
Vorsitzender im Förderverein
Bad Kissinger Kurorchester e.V.