Die SPD-Kreistagsfraktion fordert mit Blick auf die Corona-Ansteckungsgefahr die Anschaffung von Luftfilteranlagen für die Klassenzimmer der Schulen, für die der Kreis die Sachaufwandsträgerschaft hat. Einen entsprechenden Antrag stellte Jürgen Hennemann, Vorsitzender der Kreistagsfraktion. Eile ist geboten, heißt es dazu in der Pressemitteilung der Partei.

Daran lässt Jürgen Hennemann in seinem im Namen der Kreistags-SPD an Landrat Wilhelm Schneider (CSU) gerichteten Schreiben keine Zweifel. "In unseren Schulen gibt es sicher einige Räume, die nicht ausreichend gelüftet werden können." Zudem sei es kaum machbar, die Schüler in den kommenden Wochen und Monaten bei geöffneten Fenstern immer wieder in der Kälte sitzen zu lassen. "Der Winter steht vor der Tür und unsere Kinder sollen nicht bei Minustemperaturen unterrichtet werden." Luftfilteranlagen, die die Raumluft umwälzen und reinigen, seien definitiv die bessere Lösung.

Vor allem sind sie offenbar eine Lösung, die den Kreis nichts kosten würde. Die bayerische Staatsregierung hat nämlich auf Betreiben der SPD-Landtagsfraktion am 1. Oktober angekündigt, 37 Millionen Euro für die Anschaffung von mobilen Luftreinigungsgeräte mit Filterfunktion sowie Kohlendioxid-Sensoren an Schulen bereitzustellen. Ein entsprechendes Programm sei bereits aufgelegt und die Richtlinien an den Schulen verteilt worden. Jetzt gelte es, die Gelder aus München auch so zeitnah wie möglich abzurufen. "Es liegt an uns, den Staat in die Pflicht zu nehmen", macht Jürgen Hennemann klar. Er beantragt daher im Namen der Kreistags-SPD, so schnell wie möglich den Bedarf zu ermitteln, und bittet darum, die Geräte direkt durch die Verwaltung, ohne nochmalige Entscheidung in Kreisgremien, zu bestellen. "Das sollte machbar sein, wenn für die Kommunen keine Mehrkosten entstehen."

Gefördert werden mobile Luftreinigungsgeräte mit bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, begrenzt auf höchstens 3500 Euro je Raum. Das Programm läuft bis 31. Dezember dieses Jahres.

Die Universität der Bundeswehr in München habe die Tauglichkeit portabler Luftfilteranlagen im Kampf gegen das Coronavirus untersucht, erläuterte Hennemann. Das Ergebnis sei beeindruckend: Das Gerät schaffe es in wenigen Minuten, die Luft eines klassenraumgroßen Labors zu reinigen - das entspreche 3500 Kubikmeter Raumluft in einer Stunde. In den Schwebestoff-Filtern würden zu 99,99 Prozent Viren und Bakterien hängenbleiben. Sechs- bis achtmal pro Tag könne die Luft eines Klassenraums so komplett gereinigt werden. red