Bereits in seiner Einladung zum Kirchweihgottesdienst war Pfarrer Thomas Ringer auf den Ausfall der Kerwa in Adelsdorf eingegangen. Ja, sie ist ausgefallen, die Kirchweih mit ihren Buden und Fahrgeschäften, dem Flanieren durch die Straßen und Plätze. Corona

hat auch in Adelsdorf Opfer verlangt. "Doch die eigentliche Kirchweih fällt nicht aus", sagte Pfarrer Ringer.

"Es geht ja um den Weihetag der Kirche, also um den Tag, an dem der Herr das Gebäude zu eigen genommen hat. Vielleicht ist es sogar die Chance, sich auf das Eigentliche zu besinnen." Und so feierte die Kirchengemeinde am vergangenen Sonntag ein etwas anderes Kirchweihfest. Den Gottesdienst zelebrierte Pfarrer Ringer mit Assistenz von Diakon Hans Scherbaum mit seiner Gemeinde in St. Stephanus. Da wegen der Hygienevorgaben nicht alle Gläubigen in der Kirche Platz fanden, wurden vor dem weit geöffneten

Hauptportal zusätzlich Bänke aufgestellt, und Lautsprecher übertrugen Gebete, die Lesung, die Predigt und die Eucharistiefeier nach draußen.

"Geben Gott, was Gott gehört"

In seiner Predigt ging Pfarrer Thomas Ringer auf das Evangelium nach Matthäus ein: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist." Mit dem Kaiser, in diesem Fall mit dem Staat, war Pfarrer Ringer schnell fertig: "Dass das Steuersystem an sich notwendig ist, dürfte wohl kein halbwegs intelligenter Mensch bestreiten." Aber was gehört Gott? Wenn Gott die Welt erschaffen hat, also auch den Menschen, dann gehöre unser Leben ihm.

"Wenn ich ihm gehöre, so muss sich das auch in der Lebenseinstellung bemerkbarmachen. Denn wer Gott vertraut, bei dem verlieren Sorgen und Ängste ihren Schrecken. Und wenn ich versuche, Gott und den Menschen zu lieben, dann gebe ich Gott, was Gott gehört", sagte Ringer weiter. "Wenn wir heute Kirchweihgottesdienst feiern, dann geben wir wiederum Gott, was Gott gehört." Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Ringer bei der Gemeinde für das Mitfeiern und bei Organist Wolfgang Kießling, der, so Pfarrer Ringer, bereits im Alter von elf Jahren begonnen hatte, Orgelspiel zu lernen und nun bereits sein 50. Orgeljubiläum feierte.

Dann lud Pfarrer Ringer die Festgemeinde ein, noch ein wenig - corona-konform - auf dem Kirchenvorplatz zu verweilen und den Kirchweihburschen zumindest ein kleines Fässchen anzustechen, was er zusammen mit Bürgermeister Karsten Fischkal tat. red