Prölsdorf — Die Prölsdorfer sind ein musikalisches Völkchen. Wenn die Heimatkapelle des Ortes ein Fest hat und der Gesangverein "Sängerlust", ebenfalls aus Prölsdorf, dabei auftritt und ein Ständchen singt, sieht man bisweilen den einen oder anderen Aktiven, wie er die Jacke wechselt und von der Kapelle zum Gesangverein eilt. Und umgekehrt: So mancher Sänger schnappt sich nach einem Auftritt der "Sängerlust" ein Instrument und spielt in der Heimatkapelle mit.
So ist es in einem kleinen Ort. Man hält zusammen und engagiert sich nicht nur in einem Verein. Am Wochenende hielten die Prölsdorfer wieder zusammen, denn die Heimatkapelle feierte ihr 50-jähriges Bestehen - verbunden mit dem Jubiläum für 100 Jahre Blasmusik im Ort.
In seiner Ansprache beim Festakt im Festzelt hob Vorsitzender Berthold Moser die Bedeutung der Heimatkapelle für das kulturelle Leben in Prölsdorf hervor. Darüber hinaus sei die Kapelle durch ihre Auftritte andernorts bis über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt und habe einen guten Ruf.
Ihren Ursprung hat die Heimatkapelle in den 1960er Jahren, als bei einem Kirchenfest zum ersten Mal eine Musikkapelle spielte. Daraufhin beschlossen die Prölsdorfer, eine Blaskapelle zu gründen. Der damalige Pfarrer von Prölsdorf, Michael Zinser, gab der Kapelle ihren Namen.
Die Heimatkapelle zählt zurzeit 30 aktive Musiker, die aus elf verschiedenen Orten kommen. Der Altersdurchschnitt der Musiker beträgt knapp 27 Jahre. Das ist laut Vorsitzendem Moser ein Zeichen dafür, dass vor allem junge Leute der Heimatkapelle angehören. Er zeigte sich stolz auf "seine Musiker" sowie auf die Gründer des Vereins.
Bürgermeister Matthias Bäuerlein beglückwünschte die Heimatkapelle Prölsdorf zu ihrem 50-jährigen Bestehen. 100 Jahre Blasmusik in Prölsdorf seien beispielhaft und bildeten einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft des Ortes. In der heutigen Zeit, in der man auch ohne persönlichen Kontakt über das Internet kommunizieren und sich Musik "aus der Konserve" besorgen könne, sei es verwunderlich, dass in den Dörfern so etwas wie Blasmusik überhaupt noch existiere. Umso schöner sei es, dass man heute dieses großartige Jubiläum feiern könne. Musik sei zeitlos und könne alle Gefühle, zu denen der Mensch fähig ist, zum Ausdruck bringen.
Das Gemeindeoberhaupt hob die gute Jugendarbeit und die Ausbildung und Förderung der Nachwuchsmusiker lobend hervor. Damit sei die Heimatkapelle gut aufgestellt und bilde einen zukunftsfähigen Verein.
Schirmherr Oskar Ebert gab einen geschichtlichen Rückblick auf den Verein. Blasmusik gibt es in Prölsdorf schon seit langer Zeit. Ob Kirchen- oder Tanzmusik - immer wurde die Blaskapelle im Ort gebraucht. Im Jahr 1964 haben sich einige Musiker in Prölsdorf zusammengeschlossen, um gemeinsam zu musizieren. Beim Kirchenfest 1966 wurde die Heimatkapelle Prölsdorf aus der Taufe gehoben. Weil sich damals keine andere Kapelle oder Musikgruppe bereit erklärt hatte, beim Fest zu spielen, hatten die damaligen Musiker ihren ersten Auftritt und beschlossen, die Blaskapelle zu gründen. Die damaligen Musiker bezeichnete Oskar Ebert als wichtige "Räder im Getriebe der Gemeinschaft".
Zum ersten Dirigenten wurde Andreas Hornung bestimmt, der sich bleibende Verdienste für die Blasmusik in Prölsdorf erworben hat und später auch zum Ehren-Dirigenten ernannt wurde. Unter Andreas Hornung, der im Februar diesen Jahres gestorben ist, nahm die Heimatkapelle eine sehr gute Entwicklung. Sie spielte auf einem hervorragenden Niveau, das sie bis heute gehalten hat.
Die Glückwünsche des Nordbayerischen Musikbundes im Kreis Haßberge überbrachte dessen Kreisvorsitzender Peter Detsch aus Gädheim. Alle aktiven und ehemaligen Musiker sowie deren Freunde und Förderer des Vereins verdienten große Anerkennung und Respekt für die geleistete Arbeit, sagte er.
Ein weiteres Grußwort sprach Hans-Jürgen Fahn, Landtagsabgeordneter der FW. heki


Würdigungen: Der Festakt war mit Ehrungen verbunden. Mit der Juniorennadel des Musikbundes wurden für fünf Jahre Musikertätigkeit geehrt: Anna Achtziger, Theresa Moser, Kristin Ott, Christin Güttler sowie Julia Ott und Julia Schöninger. Für zehn Jahre aktive Musikertätigkeit wurden mit der Ehrennadel in Bronze ausgezeichnet: Johannes Dürr, Florian Hetzel, Susanne Heuss, Christoph Hollet, Carina Nastvogel, Peter Schunder, Sandra Frey, Matthias Hetzel, Miriam Heuss, Melanie Linzmayer und Stefan Schöninger. Für 20 Jahre Musikertätigkeit wurden mit einer Urkunde und der Ehrennadel in Silber geehrt: Melissa Brodmerkel und Georg Diroll. Mit der Ehrennadel in Silber für ihren 25-jährigen Einsatz wurden ausgezeichnet: Udo Raab und Robert Zellmann. Verdienste Für 30 Jahre erhielten die Ehrennadel in Gold: Wolfgang Diroll, Markus Müller und Michael Schöninger. Und für 40 Jahre: Berthold Moser. Funktionen Für 15 Jahre Dirigententätigkeit wurde Markus Müller mit der Dirigentennadel in Silber geehrt. Für zehn Jahre Vorstandstätigkeit erhielten die Ehrennadel in Bronze: Miriam Heuss und Robert Zellmann. Für 30 Jahre Vorstandstätigkeit wurde Berthold Moser mit der Ehrennadel in Gold gewürdigt. Anfänge Die Gründungsmitglieder wurden für ihre 50-jährige Treue zum Verein gewürdigt. Das sind: Fritz Stahl, Georg Winkler, Werner Raab, Siegfried Friedrich, Fritz Drescher, Franz Montag, Adam Litz, Max Schunder, Rudi Bick