Gertrud Bühl hat sich über zwölf Dienstjahre das sonnige Gemüt bewahrt, die Freude am Umgang mit den Menschen und eine Affinität für das "sehr Menschliche in ihrer Gemeinde". Das soziale Engagement und die ehrenamtlichen Aktivitäten schätzt sie an ihren Breitbrunnern. Der "Bürgerdienst" sei beispielgebend für den Landkreis. Hier will sich die gelernte Steuerfachangestellte in Zukunft einbringen, ebenso in den Fördervereinen für den Kreuzweg und die "Erlebniswelt fränkischer Sandstein".

Beide Projekte tragen die Handschrift einer Bürgermeisterin mit Visionen, versprechen Breitbrunn nachhaltige touristische Aufmerksamkeit. Der heimische Sandstein, sagt Bühl, habe ihr immer am Herzen gelegen. Als gläubiger Mensch bezieht sie Gott stets in ihre Entscheidungen ein. "Mit seiner Hilfe sind immer gute und richtige Dinge herausgekommen - auch beim Skulpturenweg".

Die Stärken der Frauen

Dazu bringt sie Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit ein, um Zuschussgeber und skeptische Gemeinderäte zu überzeugen. Gerne hätte die Freie Wählerin die Sandstein-Erlebniswelt im Amt eingeweiht, doch die Genehmigungsverfahren ziehen sich.

Nach Bühls Überzeugung müsste es mehr weibliche Kräfte in der Kommunalpolitik geben, weil Frauen gerade in sozialen Belangen vieles zum Guten verändern könnten. "Frauen trauen sich oft nicht das hervorzuheben, was in ihnen steckt." Sie persönlich habe nie das Gefühl gehabt, sich verstecken zu müssen. Im Kreis der 25 männlichen Bürgermeisterkollegen fühlt sie sich wohl, auch wenn ihr bewusst ist, als einzige Frau stets unter Beobachtung zu stehen.

Nach dem Erreichten befragt, sprudelt es nur so aus ihr heraus, von der Kindergartensanierung, über die Neuausstattung der Feuerwehren bis zum Ausbau der Gemeindehäuser.

Bei Negativem dagegen muss sie lange überlegen. "Nichts Großes", fällt ihr dazu ein, "außer vielleicht, dass ich gerne mehr für den Ausbau alternativer Energien erreicht hätte". Auch die verzwickten Vermögensverhältnisse im Hauptschulverband Ebelsbach hätte sie gerne geklärt - eine "verzwickte Altlast", die sie sich nicht zuschreibt.

So wird zum 30. April eine Bürgermeisterin den Hut nehmen, die mit sich selbst im Reinen ist, für die es mit annähernd 70 Jahren an der Zeit ist, junge Leute ans Ruder zu lassen.

Außerdem freut sich Bühl "nach zwölf schönen aber anstrengenden Jahren" aufs Ausspannen, auf Urlaubsreisen, auf die Großfamilie mit drei erwachsenen Kindern und drei Enkeln, Musik, Theater und aufs Wandern. "Ich mag den Umgang mit den Menschen", erklärt sie, "aber manchmal suche ich auch ganz bewusst die Stille".