Wenn Hobby- auf Vereinsspieler oder erfahrene Strategen auf aufstrebende Jugendtalente treffen, bleiben Überraschungen nicht aus. Dies bestätigte sich wieder bei der sechsten offenen Bamberger Stadtmeisterschaft des SC 1868 Bamberg im Schach. Es gab gleich mehrere Premieren: Mit dem bayerischen Einzelmeister und kürzlich zum Fide-Meister ernannten Lukas Schulz setzte sich ein Spieler vom SC Erlangen 48/88 in einem bunt gemischten Feld von 34 Teilnehmern nach diversen Anläufen durch.

Zweiter und gleichzeitig Kreis-, Jugend- und Vereinsmeister wurde der 15-jährige Lukas Köhler vom SC 1868, der ebenfalls ein erfolgreiches Jahr komplettierte. Der dritte Rang ging an den Vorjahressieger Justus Schmidt.

Zwar betonte der SC-Vorsitzender Peter Krauseneck bei der Siegerehrung, dass die älteren Spieler auch zukünftig versuchen würden, es den Jüngeren schwerzumachen, jedoch änderte dies nichts daran, dass die diesjährige Stadtmeisterschaft deutlich im Zeichen der Jugend stand. So gelang es dem favorisierten Schulz bei seiner sechsten Teilnahme scheinbar mühelos, die arrivierten Vereinsgrößen zu bezwingen, nachdem er diesmal auch den für seine Zähigkeit bekannten Krauseneck aus dem Weg geräumt hatte. Lediglich ein Remis gab Schulz in leicht besserer Position in der letzten Runde gegen Schmidt ab, so dass mit 5,5 Punkten aus sechs Begegnungen ein ungefährdeter und verdienter Sieg feststand.

Zweiter wurde Köhler, der nach Platz 2 bei den bayerischen Jugendmeisterschaften nun auch in Bamberg sein großes Potenzial unter Beweis stellte und einen weiteren positiven Schritt in seiner Entwicklung vollzog. Mit fünf Punkten und einer Performance von 2225 erzielte er ein DWZ-Plus von 40 Punkten, womit ihm auch der Sprung über die 2000-DWZ-Grenze glückte (aktuelle DWZ: 2027). Schöne Siege über Krauseneck und Neuzugang Jürgen Röber ließen darüber hinaus aufhorchen.

Bei der Mission Titelverteidigung gestolpert zeigte sich Schmidt, der überraschend gegen das stark aufspielende Neumitglied Ralf Riemer den Kürzeren zog. Mit 4,5 Punkten belegte er den dritten Rang in der Gesamtwertung. 34 Teilnehmer aus Bamberg und den umliegenden Vereinen bedeuteten zum 150-jährigen Bestehen des SC 1868 eine Rekordbeteiligung. jh Die besten Spieler, Stadtmeisterschaft: 1. Lukas Schulz, 2. Justus Schmidt, 3. Ralf Riemer; Vereinsmeisterschaft: 1. Lukas Köhler, 2. Jürgen Röber, 3. Ralf Riemer; Kreismeisterschaft: 1. Peter Krauseneck, 2. Ralf Riemer, 3. Heiko Plöhn; Ratingpreise: Marc Schmitz (bis 1900 DWZ), Horst Schulz (1. bis 1700 DWZ), Christian Baldszuhn (2. bis 1700 DWZ), Vincent Wolf (bis 1500 DWZ), Maximilian Zweckbronner (Jugend U16)