Zum Artikel "Die Umzugskartons sind gepackt" (BR vom 11. Februar) wird uns geschrieben: Nach den ganzen großen Projekten - Kunst- und Kulturzentrum mit 7,4 Millionen Investitionsbedarf, Visionen von Fußgängerbrücken zwischen Fritz und Campus, 5,8 Millionen für das herbeigesehnte "Leuchtturmprojekt in der Kulturstadt Kulmbach" (OB Schramm in der BR vom 29. November) gibt es nun also auch 150 000 Euro, um das "Bockela" (nur noch ein Drittel der Fläche des bisherigen Juz in der Alten Spinnerei, Konzertsaal - Fehlanzeige) herzurichten. Das wirkt im Vergleich zu den Millionenprojekten fast ein wenig dürftig in meinen Augen.

Klar, es ist nur für den Übergang, trotzdem müssen die U-18-Jugendlichen aus Kulmbach ja in dieser Übergangszeit irgendwohin, damit sie schon einmal üben können für die Zeit, wo dieses "weit und breit einmalige" (OB Schramm) Leuchtturmprojekt - Disko im Turbinenhaus - umgesetzt ist und "junge und jung gebliebene Kulmbacher zusammen mit den Studenten tanzen, feiern und sich unterhalten lassen. Ich stelle mir das ganz toll vor"(OB Schramm).

Ich stelle mir auch Dinge ganz toll vor: Ein Jugendzentrum für unsere Jugendlichen nach ihren Bedürfnissen, welche man möglicherweise mit einer Befragung der zukünftigen Benutzer herausgefunden hat. Jugendliche in Kulmbach möchten gehört werden, dies fand Frau Brehm bereits vor drei Jahren heraus. Die Ergebnisse ihrer Umfrage "Wie tickt die Jugend in Kulmbach?" finden sich auf der Internetseite der Stadt Kulmbach. Für 62 Prozent werden die Interessen der Jugendlichen nicht gut vertreten, und zwei Drittel sagen, die Stadt macht nicht genug (für die Jugend) - dies sind zwei Ergebnisse der Umfrage von 2015.

In einem Jugendzentrum bietet sich die Möglichkeit, etwas für die zu tun, die schon da sind (10,2 Prozent der Einwohner der großen Kreisstadt Kulmbach sind 6 bis 18 Jahre alt, Bayerisches Landesamt für Statistik, Statistik kommunal 2017). Gegen diese Zahl wirkt die Zahl der erhofften Studenten doch deutlich kleiner.

Ich hoffe auf eine zeitnahe Eröffnung der Übergangslösung im Bahnhof, eine Beschäftigung mit dem Thema Jugendzentrum im Stadtrat und eine Zukunftswerkstatt in Kulmbach, sodass die Kulmbacher Jugendlichen ihre Vorstellungen von ihrem neuen Juz einbringen können.

Antje Stritzl

Bayreuth