von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Nova Gradiska — Zu einem Kurztrip machte sich der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD) mit dem Geschäftsführer der Lebenshilfe, Josef Hennemann, in die Partnerstadt Nova Gradiska am Wochenende auf den Weg.
Aus der kroatischen Stadt schilderte Bürgermeister Hacker seine Eindrücke und erklärte auch den Grund seiner Kurzreise. Einer der Gründe war ein Gespräch mit Kata Vuksic, Vorsitzende des Vereins "Udruga zu pomoc osobama s mentalnom retardacijom in Nova Gradsika" (Verein für die Hilfe der Menschen mit mentaler Retardation in Nova Gradiska). Der Verein wurde vor fünf Jahren von der Vorsitzenden, Mutter von zwei Kindern mit Behinderung, ins Leben gerufen. Der Verein erhält keine staatliche Hilfe, er kann ein Gebäude der Stadt nutzen, die ihn auch nach ihren Möglichkeiten unterstützt.
Deshalb hat sich die Lebenshilfe bereiterklärt, den Verein von Kata Vuksic nicht nur mit Spenden zu unterstützen, sondern auch beim Aufbau von geordneten Strukturen zu helfen. Der Verein, der Menschen mit geistiger Behinderung aller Altersgruppen betreut, will als Fernziel eine ähnliche Struktur wie die der Lebenshilfe schaffen.
Wie German Hacker am Telefon berichtete, sei Unterstützung dringend erforderlich und nicht nur Kata Vuksic freute sich über den Besuch aus Herzogenaurach, sondern auch der neugewählte Bürgermeister Zeljko Bigovic. Für das kommende Jahr vereinbarte das Herzogenauracher Stadtoberhaupt zwei gegenseitige Besuche, denn die Partnerschaft mit Kroatien wird 35 Jahre alt, und das soll natürlich gefeiert werden.
German Hacker und Josef Hennemann nahmen auch die Gelegenheit wahr, dem Fluss Save - dem Verursacher der verheerenden Überschwemmung - einen Besuch abzustatten. Ein Hochwasserdamm schützte das Hinterland vor einer Überflutung. "Wenn der nicht gewesen wäre, hätten auch die stadtnahen Dörfer das Wasser abbekommen, die Höhe des Wassers kann man am Damm sehen", erzählte Bürgermeister Hacker.
Ursprünglich planten Hacker und Hennemann, die Fahrt mit einem Auto anzutreten, da aber nicht nur aufgrund der Überschwemmung Hilfe dringend notwendig ist, machten sie sich mit einem Kleinbus auf den Weg. Hacker und Hennemann brachten dringend benötigte Desinfektionsmittel nach Kroatien, eine Spende der Herzogenauracher Apotheken. Noch in dieser Woche wird sich ein Transport mit den Spenden aus Herzogenaurach auf den Weg machen und alles Gesammelte in das Katastrophengebiet bringen.
Da die Partnerstadt Wolfsberg in Kärnten an der Reiseroute liegt, wurde in der Partnerstadt übernachtet, und auch die elf Mitglieder des RC 1894 Herzogenaurach wurden von German Hacker und dem Wolfsberger Stadtrat Peter Zernig, dem Referenten für Städtepartnerschaft, an der Stadtgrenze empfangen. Die Radler aus Herzogenaurach starteten an Himmelfahrt vom Marktplatz aus in Richtung Kärnten.
Unter der Führung ihres Vorsitzenden Ingolf Hoffmann strampelten sie in drei Tagen 634 Kilometer ab. Bei ihrer letzten Etappe vom Klippitztörl nach Wolfsberg wurden sie von ebenfalls elf Mitgliedern des HRC Arbö Wolfsberg unter Obmann Franz Britzmann, begleitet.