Lesen bildet, erweitert den Wortschatz und fördert die Fantasie. Aber was machen Kinder, die noch nicht lesen können? Klar, man kann ihnen vorlesen. Die gelbe Gruppe der Kreuzberg-Kindertagesstätte Altenkunstadt ging jetzt sogar noch einen Schritt weiter.

Die Mädchen und Jungen erarbeiteten gemeinsam den Inhalt einer Kindergeschichte und gestalteten daraus ihr eigenes Buch. Als Vorlage hatten die Mitarbeiterinnen Otfried Preußlers berühmtes Kinderbuch "Die kleine Hexe" ausgewählt.

"Obwohl die Geschichte schon vor mehr als 60 Jahren geschrieben wurde, begeistert sie auch heute noch Jung und Alt", meint Erzieherin Sabine Jachmann. Die in 47 Sprachen übersetzte Geschichte erzählt von einer kleinen Hexe, die mit dem sprechenden Raben Abraxas in einem Häuschen im Wald lebt. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, mit den großen Hexen auf dem Blocksberg herumfliegen zu dürfen. Beim Versuch, sich in der Walpurgisnacht den anderen Hexen anzuschließen, wird sie ertappt und ihr Hexenbesen zur Strafe verbrannt. Es wird ihr aber in Aussicht gestellt, an der nächsten Walpurgisnacht teilnehmen zu dürfen, wenn sie es bis dahin zu einer guten Hexe gebracht habe.

Gespannt lauschten die Kinder, als die Betreuerinnen die ebenso spannende wie zu Herzen gehende Geschichte vorlasen. Danach waren sie gefordert. Die Erzieherinnen kopierten die Bilder im Buch. Aufgabe der Kinder war es, diese auszumalen. "Und dabei haben sie sich viel Mühe gegeben", erzählte Kinderpflegerin Alexandra Marr. Die Blätter wurden in der richtigen Reihenfolge zusammengeheftet, so dass jedes Kind am Ende sein eigenes Buch hatte. Bei einem "Hexentreffen" stellten die Mädchen und Jungs ihre "Werke" vor und schilderten mit ihren Worten, worum es in der Geschichte geht.

Abgerundet wurde das "literarische Schaffen" mit einem Hexenfest. Und damit das Outfit passt, bastelte man lustige Hexenhüte. Für das leibliche Wohl war gut gesorgt; auch dabei hielt man sich an Otfried Preußlers Kinderbuch. "Die Hexenzähne und die Hexenfinger schmecken einfach toll", schwärmten Diana und Felix. Kein Wunder, schließlich handelte es sich dabei um Kuchen und Würstchen. Lecker auch das Blütenduftbrot. Umrahmt wurde das Fest mit flotten Tänzen und dem Singspiel "Zauberbrei". bkl