von unserem Mitarbeiter  Ralf Naumann

Haßfurt — Eine deftige Schlappe kassierten meist flügellahme "Hawks" gegen gefräßige "Wölfe" mit 2:12 (0:5, 2:1, 0:6) und waren bei ihrem Heimspiel zwei Drittel lang so gut wie chancenlos. Einzig im Mittelabschnitt, den er sogar mit 2:1 für sich entschied, war der ESC Haßfurt in der Eishockey-Landesliga Nordost mit dem über weite Strecken hoch überlegenen ESV Vilshofen auf Augenhöhe.
"Wir haben schon sehr schlecht angefangen. Wir müssen einfach bereit sein, mehr als der Gegner zu laufen. Das ist leider nicht geschehen", ärgerte sich ESC-Coach Lubos Thür vor allem über die ersten 20 Minuten, nach denen die Partie eigentlich schon entschieden war. Offenbar trauten sich die "Hawks" aufgrund der Ausfälle von Topscorer David Franek und Christian Dietrich sowie der erkrankten Sascha Petrojannis und vor allem Stammtorwart Martin Hildenbrand nicht allzu viel zu. Fakt ist, dass der zumindest an den ersten Gegentoren schuldlose Ersatzkeeper Tizian Korb bereits nach 26 Sekunden erstmals den Puck aus seinem Gehäuse holen musste. Bis zum Drittelende zog der personell glänzend besetzte Vorjahresdritte praktisch uneinholbar auf 5:0 davon. "Katastrophal", lautete das eindeutige Urteil von Thür, der in der ersten Pause wohl an die Ehre und das Kämpferherz der Mannschaft appellierte. Mit Erfolg: Eugen Nold (22.) und Max Hildenbrand (24.) verkürzten tatsächlich innerhalb kurzer Zeit auf 2:5. An eine noch erfolgreiche Aufholjagd war angesichts der Spielstärke der Gäste, die nach einer Auszeit die Zügel wieder fester in die Hand nahmen, jedoch nicht zu denken. Robert Suchomski gelang es vielmehr, zumindest wieder einen Vier-Tore-Vorsprung mit einem von insgesamt fünf Überzahltoren herzustellen (32.).
Und im Schlussabschnitt ließen die "Wölfe" den zu diesem Zeitpunkt fast schon bedauernswerten "Hawks" keine Chance mehr. Mit sechs weiteren Treffern sorgten sie für den 2:12-Endstand und somit die zweithöchsten Landesliga-Heimniederlage der Haßfurter nach dem 3:14 gegen Moosburg im Januar 2012.
"Das erste Drittel haben wir total verschlafen", bedauerte Max Hildenbrand, der auf seine Auszeichnung zum "Spieler des Abends" für ein anständiges Ergebnis liebend gerne verzichtet hätte. Es müsse im Training nun fest daran gearbeitet werden, dass die teils haarsträubenden Fehler abgestellt werden. Dass sein Bruder nicht im Tor stand und auch David Franek, zuletzt in blendender Verfassung, gefehlt hat, war seiner Meinung nach nicht ursächlich für die Niederlage. "Natürlich schmerzt der Ausfall. Aber wir sind eine Mannschaft. Und wenn einer fehlt, müssen wir das als Mannschaft wieder ausgleichen." Ein Lob gab es auch für den teils bärenstarken Gegner: "Ich schätze schon, dass Vilshofen am Ende unter den besten drei steht."
Während Martin Hildenbrand bei den beiden anstehenden Auswärtsspielen in Inzell (Samstag) und in Trostberg (Sonntag) vermutlich wieder zwischen den Pfosten steht, wird David Franek, der gegen den ERSC Amberg einen Innenbandteilabriss erlitt, vermutlich erst Mitte Dezember in den Kader zurückkehren.
ESC Haßfurt: Korb, Platten - Rambacher, Mauder, Ziegler, Schorr, Stahl, Marx - Zösch, Eller, Nold, Bates, Max Hildenbrand, Kohn, Persch, Stelcich / SR: Beigel, Gut / Zuschauer: 250 / Tore für Haßfurt: 1:5 (22.) Nold (Persch), 2:5 (24.) Hildenbrand (Rambacher, Stelcich) / Strafzeiten: Haßfurt 26 / Vilshofen 18