Auf ein bewegtes Leben kann Roswitha Ullrich, geborene Knörl, aus Haßfurt zurückblicken. Sie feierte ihren 95. Geburtstag.

1924 in Bamberg geboren, wuchs die letzte noch lebende Enkelin des bekannten Fabrikanten Nikolaus Mölter in Haßfurt auf und verbrachte ihr ganzes Leben dort. Nach der Hochschulreife am Olympia-Morata-Gymnasium in Schweinfurt musste die Jubilarin für 25 Pfennig Stundenlohn Arbeitsdienst leisten. In den letzten Zügen des Zweiten Weltkrieges verlor sie ihren ersten Ehemann, der im April 1945 in Leipzig fiel. Später lernte die rüstige Seniorin ihren zweiten Mann, Erich Ullrich, kennen, mit dem sie dann bis zu seinem Tod 48 Jahre verheiratet war. Als Fachanwalt für Steuerrecht tätig, wurde er auch zum Präsidenten der Industrie- und Handelskammer berufen. Roswitha Ullrich half ihrem Mann in der Steuerkanzlei, während ihre Hauptaufgabe aber darin bestand, sich um den Haushalt zu kümmern und für die insgesamt drei Kinder zu sorgen. Außerdem war die Gartenarbeit ihr liebstes Hobby. "Bis vor einigen Jahren habe ich noch die Obstwiese selber gemäht", erinnert sich das Geburtstagskind.

Mit dem Ruhestand ihres Mannes begann das Ehepaar, um die ganze Welt zu reisen. Neukaledonien war zum Beispiel eines der Ziele, das die Seniorin gerne in Erinnerung behält. Heute lebt sie noch alleine in ihrem Elternhaus und versorgt sich weitgehend selbst. Die tägliche Lektüre der Tageszeitung gehört genauso zum Tagesablauf wie das regelmäßige Schreiben von E-Mails an ihre Verwandtschaft.

Die wohnt in alle Himmelsrichtungen verstreut, und so ist es die einzige Möglichkeit, mit den sechs Enkeln und fünf Urenkeln Kontakt zu halten. "Den Umgang mit dem Tablet hat mir mein Enkel vor fünf Jahren beigebracht und es macht mir sehr viel Spaß", erzählt Roswitha Ullrich, die der modernen Technik offen gegenübersteht.

Zu ihrem Ehrentag gratulierten der stellvertretende Landrat Oskar Ebert und Haßfurts Bürgermeister Günther Werner. cl