Christiane Reuther

"Füreinander einstehen, miteinander teilen." So lautet das Motto der Haßfurter Tafel. Mit den Sozialläden in Eltmann und Haßfurt ist es das Ziel des Vereins, hilfsbedürftige Personen zu unterstützen und gleichzeitig der Wegwerfgesellschaft entgegenzuwirken. Der Verein wurde 2003 ins Leben gerufen; und auch wenn er noch nicht so alt ist, sind es offensichtlich doch viele der ehrenamtlichen Mitstreiter. So äußerte sich zumindest die Vorsitzende Irmtraud Neubert während der Hauptversammlung.
Zwei Jahre werden Neubert und ihre Mitstreiter im Vorstand weitermachen: "Dann ist es aber an der Zeit, Nachwuchs zu suchen", signalisierte die Vorsitzende. Ihr steht weiter Marianne Schmittlutz von der Außenstelle Eltmann zur Seite. Kassenwart ist Freimut Lüttig, Schriftführerin Christiane Kiontke. Als Beisitzer haben sich erneut Thomas Jakob, Magdalena Öttinger und Ute Ulbrich zur Verfügung gestellt. Die beiden Kassenprüfer Renate Bauer und Martin Sage wurden in Abwesenheit bei der Versammlung gewählt.


31,2 Tonnen an Lebensmitteln

Bundesweit gibt es über 900 Tafeln, die immer mehr leisten müssen. Zurzeit unterstützen sie bis zu 1,5 Millionen Menschen mit gespendeten Lebensmitteln. Die Haßfurter Tafel mit der Außenstelle in Ebern hatte im Jahr 2015 insgesamt 6248 Lebensmittelpakete ausgegeben. Das heißt, 31,2 Tonnen Lebensmittel haben Bedürftige, darunter viele Flüchtlinge, im gesamten Landkreis Haßberge erhalten.
Doch ähnlich wie anderswo ist auch die Haßfurter Tafel an ihre Grenzen gestoßen, wie Vorsitzende Irmtraud Neubert bestätigte. Der Zustrom von Flüchtlingen stellte die Helfer vor große Herausforderungen. "Mehr als 140 Abholer in Haßfurt und 70 in Eltmann haben sich wöchentlich kaum bewältigen lassen", so die Vorsitzende.
Um Asylbewerber nicht von vornherein auszugrenzen, waren die Mitarbeiter stets um eine gerechte Verteilung bestrebt. Mittlerweile habe sich die Zahl der Abholer wieder eingependelt. Auch die Mitgliedszahlen sind mit 82 gleich geblieben, wie Neubert berichtete.


Gute finanzielle Grundlage

Die Tafel ist vor allem auf Sach- und Geldspenden angewiesen. Zumal die Kosten für Miete, Strom und das betagte Auto beträchtlich sind. So galt der Dank Neuberts nicht nur den Spendern, sondern auch den ehrenamtlich Tätigen. Die Arbeit leisten in Haßfurt momentan 28 Frauen und 14 Männer, darunter 15 Fahrer und Beifahrer. Unterstützt wird die Arbeit durch einen Praktikanten von der Lebenshilfe und Personen, die gemeinnützig arbeiten müssen.
In der Außenstelle Eltmann war die Lebensmittelversorgung bedingt durch Umbaumaßnahmen eines Geschäftes besonders schwierig, wie Marianne Schmittlutz berichtete. Mit Unterstützung der Haßfurter und der Schweinfurter Tafel konnten diese Monate im Jahr 2015 überbrückt werden. Kunden aus 20 Gemeinden besuchen die Tafel in Eltmann. Die Zahl der Mitglieder beläuft sich hier auf 42, darunter sind drei Verbände und drei Kirchengemeinden. An sechs Tagen in der Woche holen Mitarbeiter Lebensmittel aus drei Geschäften und zwei Bäckereien ab. Insgesamt sind 33 Helfer im Einsatz, die 14,5 Tonnen an Lebensmittelpaketen und Waren des täglichen Lebens verteilt haben.
Dank eines höheren Spendenaufkommens kann sich der Verein auf eine gute finanzielle Grundlage stützen, wie Kassenwart Freimut Lüttig berichtete.