Der ESC Haßfurt hat nach der Derbyniederlage in Bad Kissingen auch das letzte Spiel der Vorrunde in der Eishockey-Landesliga verloren und somit die Generalprobe vor der anstehenden Abstiegsrunde verpatzt. Zum Abschluss kassierten die "Hawks" beim Tabellenschlusslicht VER Selb 1b eine 4:6 (3:3, 0:1, 1:2)-Niederlage. Damit schlossen sie die Vorrunde lediglich als Tabellensechster ab. Das Saisonziel, ein Platz unter den ersten vier, wurde um fünf Punkte verfehlt.
Da bereits vor der Partie bei den Oberfranken feststand, dass es erneut nur um den Klassenerhalt geht, spielte das Ergebnis für ESC-Trainer Martin Reichert jedoch nicht die Hauptrolle. "Ich wollte alle spielen lassen, und dass sich jeder nochmals zeigt. Ich wollte wissen, wen ich in der Abstiegsrunde einsetzen kann", erklärte er. Dementsprechend kamen auch diejenigen in dem diesmal wieder prall gefüllten 19-Mann-Kader zum Einsatz, die in letzter Zeit mehr auf der Ersatzbank als auf dem Eis verbrachten. Außerdem stand Martin Köhler erstmals komplett zwischen den Pfosten. Die wenigen Zuschauer in der Selber Eissporthalle sahen eine sehr zerfahrene Partie. "Das war heute mehr Stechen und Hauen als Eishockey", sagte Reichert nicht nur aufgrund der wieder hohen Anzahl an Strafzeiten gegen beide Teams.


Ein guter Start

Dabei erwischten der neue "Falken"-Kapitän Max Hildenbrand und seine Teamkollegen einen Start nach Maß und führten nach Treffern von Ilja Kinereisch (3.) und Jan Slivka (7.) schnell mit 2:0. Danach ließen sie die Sache jedoch wahrscheinlich zu entspannt weitergehen, denn bis kurz vor dem Drittel- ende drehten Fabian Bauer, Sebastian Lück und Florian Heinz (8., 9., 17.) die Partie. Erst 33 Sekunden vor der Sirene markierte erneut Kinereisch in Überzahl den 3:3-Ausgleich.


Umstrittene Strafen

Ab dem zweiten Spielabschnitt wollte wohl auch einer der beiden Unparteiischen etwas Spaß an der Begegnung haben. So gab es wegen "Schwalbe" gleich zweimal eine Strafe gegen die "Hawks". Jedoch wurde auch auf gegen Selb erkannt, und beide Spieler marschierten in die "Kühlbox". Im zweiten Fall bekam Marco Hildenbrand, der nach einem Check verletzt liegen blieb, sogar noch zehn Minuten Disziplinarstrafe zusätzlich: Die Verletzung wurde als "unsportliches Verhalten" gewertet.
Echter Spielfluss kam nicht mehr auf, so dass der schnelle 4:3-Führungstreffer von Selbs Ricco Warkus (24.) der einzige blieb. Nach mehreren weiteren Nachlässigkeiten in der Abwehr der Gäste zog dann der VER in den letzten 20 Minuten auf 6:3 davon, ehe Slivka 20 Sekunden vor der Schlusssirene mit seinem zweiten Treffer den 6:4-Endstand besorgte.
David Franek konnte im letzten Drittel nach einer Beschädigung an seinen Schlittschuhen nicht mehr mitwirken. "Ich wollte absolut nicht umstellen, jeder sollte seine Chance bekommen und nochmals Spielpraxis erhalten", zog Reichert ein kurzes Fazit.
Am Freitag beginnt nun die Abstiegsrunde, die am 5. Februar 2017 beendet sein soll. Ob die "Hawks" bereits am ersten Spieltag im Einsatz sind und gegen wen, entscheidet sich bei der Termintagung. Fakt ist, dass sie in den 14 Partien der Vorrunde lediglich 15 Punkte (fünf Siege, neun Niederlagen) erspielt haben - weniger als im Vorjahr (jeweils sieben). Bei einem Torverhältnis von 48:53 (65:68) und einem Strafzeitendurchschnitt von 22,57 (20,07) wurde das Ziel, Qualifikation für die Zwischenrunde, letztlich noch klarer verpasst als vor Weihnachten 2015. Es bedarf in den kommenden Wochen sicher wieder großer Anstrengungen, um den Klassenerhalt zu schaffen.
ESC Haßfurt: Mart. Hildenbrand, Köhler - Stahl, Marc. Hildenbrand, Max Hildenbrand, Marx, Rambacher, Breyer, Vollert - Thebus, Krapf, Kinereisch, Potocky, Slivka, Lang, Franek, Hümmer, Dietrich, Rister / SR: Kaderabek, Dürnhöfer / Zuschauer: 60 / Tore für Haßfurt: 0:1 (3.) Kinereisch, 0:2 (7.) Slivka (Franek) 5-3, 3:3 (20.) Kinereisch (Rister) 5-4, 6:4 (60.) Slivka 4-5 / Strafzeiten: Selb 22 / Haßfurt 22 plus Disziplinarstrafe gegen Marc. Hildenbrand