Johanna Schauer, von ihren Freunden nur Hansi genannt, wurde am 25. März 1913 in Bamberg als drittes von sechs Kindern geboren. Ein Bamberger Urgestein, denn Vater und Mutter waren beide Bamberger. Wie die städtische Pressestelle jetzt mitteilt, feierte die Seniorin am 25. März im Kreise ihrer Familie ihren 103. Geburtstag. Zwei Töchter, drei Enkel und sechs Urenkel gratulierten der Jubilarin.
Seit August 2015 lebt sie jetzt wohlversorgt und liebevoll betreut im Alters- und Pflegeheim St. Joseph in Gaustadt. Leider ist ihr Gesundheitszustand nicht der beste. Schon von 2009 bis 2015 musste sie von ihren beiden Töchtern noch daheim in ihrer eigenen Wohnung, in der sie über 60 Jahre wohnte, rund um die Uhr gepflegt und betreut werden.
Die Stationen ihres Arbeitslebens sind die Stationen, wie sie viele Frauen zwischen den Kriegen und nach dem Krieg gelebt und erlebt haben. Bevor Johanna Schauer sich nach dem Kriege selbstständig machte und ein Milch- und Lebensmittelgeschäft übernahm, arbeitete sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Kindermädchen in München und während des Krieges und danach bei der Reichspost in Bamberg. Die Versorgung und die Erziehung ihrer Töchter in der Nachkriegszeit, die Pflege und Betreuung ihres schwer kriegsbeschädigten Gatten, der 1975 verstarb, haben ihr alles abverlangt. Und trotzdem - niemals hörte man sie klagen, für jeden hatte sie immer ein gutes Wort und nie hat sie ihren hintergründigen Humor verloren.
Ihr größtes "Laster" war "Canasta": Keiner entkam ihr. Wer dieses Spiel nicht kannte, dem wurde es beigebracht. Die Familie kann ein Lied davon singen, aber alle haben mit Freude mitgemacht. red