Im Zuge der offenen Ateliertage "Artur 24" des BBK Oberfranken (Berufsverband Bildender Künstler) konnten interessierte Besucher dem Maler und Druckgrafiker Peter Schoppel aus Gundelsheim bei Bamberg über die Schulter schauen. "Die Grafik ist mein Herzblut", sagt der Künstler, der in Oberfranken als Hochkaräter gilt.

Nach einem Studiengang für Malerei und Druckgrafik an der Europäischen Kunstakademie in Trier ist er seit 2005 als freischaffender Künstler tätig. Die Radierung ist ihm dabei das liebste Handwerk. "Man weiß zu Beginn nie, wie das Kunstwerk am Ende aussieht", erklärt Peter Schoppel, "es ist ein Forschungsprozess."

In den Ausstellungsräumen des Kulmbacher Kunstvereins, in denen noch bis zum 24. Oktober Schoppels Werke hängen, erklärte er anschaulich, wie ein Tiefdruck entsteht. "Eine Kupferplatte wird mit Asphaltlack überzogen, das ist ein relativ weicher Lack, in den das Motiv mit der Radiernadel eingekratzt wird." Die Säure ätzt dann in den freigelegten Strukturen.

"Beim Hochdruck hingegen schneidet man das weg, was nicht gedruckt werden soll." Auf einer Wärmeplatte wird die Kupferplatte schließlich auf eine handwarme Temperatur gebracht, damit die aufzutragende Farbe geschmeidig wird. "Mit Gaze nehme ich die überschüssige Farbe wieder ab, lege die Platte auf die kleine Radierpresse und lasse über die Filzwalzen das Motiv auf zuvor eingeweichtes Kupfertiefdruckpapier aufdrucken." Anschließend werde der Druck zwei Wochen lang zum Trocknen zwischen zwei Trockenplatten gepresst.

Eigenes Motiv

Für die "Artur 24" hat Peter Schoppel ein eigenes Motiv kreiert, das er in limitierter Sonderauflage zum Verkauf anbot. "0/8/15 - Toffifee" nennt er das entstandene Werk mit dem Untertitel "Virusvariante". pra