31 Kunstschaffende zeigen in der aktuellen Herbst-/Winterausstellung des Kulmbacher Kunstvereins 85 Werke. Der Song "Easy like Sunday Morning", den Musiker Steffen Kraft zur Vernissage im Badhaus anstimmte, passte nicht nur zur sonntäglichen Matinee. Acryl, Öl, Zeichnung, Aquarell oder Lötkolben - vielfältige Techniken fanden in die klein- und großformatigen Bilder Einzug und verleihen den Ausstellungsräumen eine gewisse Leichtigkeit, auch wenn viele Kunstwerke von ernsten Themen wie "Haltsuchend im Chaos", "Vom Fallen und Wiederauferstehen" oder vom "Corona-Code" geprägt sind.

Bereichert wird die Ausstellung, die im Badhaus und in der Oberen Stadtgalerie zu bestaunen ist, durch viele Skulpturen, etwa aus Sandstein, Ton oder Keramik.

Für Filz entschied sich die Künstlerin Irene Reinhardt, die auf handgefilzte "Dichterwürfel" in unterschiedlichen Farben und Strukturen Gedichtzeilen laserte. Ihr "Künstlernotgeld" - aus Filz und mit Blattgold bearbeitet - weist eindeutig auf die aktuellen Nöte vieler Kunstschaffender hin.

Die Ausstellungsräume im Badhaus bestechen durch die Farbenpracht vieler Darstellungen und können daher mit dem Herbst assoziiert werden, während die Obere Stadtgalerie mit einer sehr dezenten, winterlich anmutenden Szenerie aufwartet. Hier finden sich unter anderem Textilarbeiten von Bianca Nobbe, Zeichnungen von Claus Tittmann oder filigrane Skulpturen aus Zement und Draht von Ellen Hallier.

Der Dritte Bürgermeister der Stadt Kulmbach und Vorsitzende des Kultur- und Sportbeirats, Ralf Hartnack, lobte die sehr gut ausgesuchte, wunderschöne Vielfalt. "Kunst wäscht den Staub des Alltags von der Seele", zitierte er den berühmten Maler Pablo Picasso. "Es tut gut, an einem Sonntagvormittag die Seele baumeln zu lassen."

Auch Stadträtin Doris Stein fand als Verwaltungsrätin für das Badhaus wohlwollende Worte: "Der Kunstverein hat wieder einmal bewiesen, wie man mit viel Engagement etwas Schönes erschaffen kann." Mit im Gepäck hatte sie die frohe Botschaft, dass der Kultur- und Sportbeirat in seiner jüngsten Sitzung eine Erhöhung der jährlichen Förderung für den Kulmbacher Kunstverein von bislang 600 Euro auf künftig (und für 2021 rückwirkend) 1000 Euro beschlossen hat.

Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall, und wer sich nicht nur inspirieren lassen und für kurze Zeit gedanklich abtauchen will, der kann die ausgestellten Kunstwerke auch noch käuflich erstehen und zu Hause weiter bewundern.