Seit 1639 Höchstadter Bürger angesichts der kompletten Zerstörung der Stadt durch die Schweden ein Gelöbnis ablegten, pilgert alljährlich eine Vielzahl von gläubigen Menschen zum Wallfahrtsort Dettelbach vor den Toren Würzburgs. Höchstadt zählte damals zum Bistum Würzburg, was den Zielpunkt des Gelöbnisses erklärt.

Rund 60 Kilometer lang erstreckt sich der Wallfahrtsweg von Höchstadt aus. Durch die Möglichkeit, Anfang des 20. Jahrhunderts die Eisenbahn von Dachsbach/Demantsfürth aus zu nutzen, verkürzte sich der Wallfahrtsweg. Die Erfindung von Omnibussen verlagerte schließlich die Wallfahrt zunehmend auf die Großraumfahrzeuge und damit auf die Bundesstraßen und später die Autobahn.

Vor über 30 Jahren ergriffen beherzte Höchstadter die Initiative für eine ausschließliche Fußwallfahrt von neuem. Seither legen jedes Jahr 50 bis 60 Wallfahrer den Pilgerweg zu Fuß zurück. Das verlangt ein hohes Maß an Logistik und Organisation: Streckenführung und -sicherung, Vorbereitung und Vorbeten der Lieder und Gebetstexte entlang des Wallfahrtsweges,Verpflegung in den Pausen, Übernachtungsmöglichkeiten, die Pflege eines Netzwerkes an Kontakten usw. Bei der letztjährigen Wallfahrt erklärte Angela Neudörfer, nach 30 Jahren die Leitung der Fußwallfahrt abgeben zu wollen.

Ihre Fußwallfahrergruppe verabschiedete sie genauso herzlich wie die Pfarrgemeinde und der Bürgermeister. Wallfahrtsrektor Uwe Hartmann überreichte ihr das goldene Wallfahrerkreuz in der Dettelbacher Kirche als Zeichen der Anerkennung. Doch die Frage, wie es weitergeht, beschäftigte von da an alle Beteiligten, vor allem die, die um den hohen Arbeitsaufwand wissen. Dankbar und zufrieden konnte nun Angela Neudörfer ihre bisherigen Aufgaben in ein Team von jüngeren Händen legen.

Karola Lorz wird künftig die Koordination der Aufgaben übernehmen. Dabei unterstützen sie Renate Kaspar, Sibylle und Wolfgang Dorsch, Gerhard Wirkner und Hubert Scheidel. Dekan Kilian Kemmer sicherte die Unterstützung des Pfarramtes zu. In einem nächsten Schritt werden sich nun die neuen Verantwortlichen mit dem Organisator der Radwallfahrt, Elmar Gerner, und den Ansprechpartnern von Pfarrgemeinderat und Pfarramt für weitere Schritte der Koordination und Kooperation treffen. Eines ist jedoch sicher: Auch in diesem Jahr wird die Dettelbacher Wallfahrt am 21. und 22. September in all ihren Facetten durchgeführt werden. Die Veranstalter hoffen auf große Beteiligung. Schließlich handelt es sich um die 380. Wallfahrt in Folge. red