Die Friedhofskultur in Deutschland gilt als immaterielles Unesco-Kulturerbe. Im März hat die Kultusministerkonferenz dies auf Empfehlung der deutschen Unesco-Kommission beschlossen.

Die Kommission hatte befunden, die Friedhöfe seien Orte der Identifikation der Bürger. Orte, an denen sie trauern, erinnern, gedenken, gestalten, pflegen und bewahren. Sie würdigt den vielfältigen Wert der Friedhofskultur für die Gesellschaft: "kulturell, sozial oder historisch, aber auch in Bezug auf Klima- und Naturschutz, gesellschaftliche Integration oder nationale Identität". An den Gräbern erkenne man regionale und überregionale Besonderheiten. Wichtige Ereignisse spiegelten sie ebenso wider, wie sich geschichtliche Abläufe ablesen ließen.

Vielerorts finde man die Gräber bekannter Persönlichkeiten auf den Friedhöfen, die von der jeweiligen Kommune oft als Ehrengrab markiert und gepflegt würden. Nicht zuletzt war die Art und Weise, wie in Deutschland Gräber als kleine Gärten der Erinnerung gestaltet werden, eines der Kriterien für die Anerkennung der Unesco. Zudem gehe es um eine besondere Wertschätzung für die vielen Ehrenamtlichen, die den jeweiligen Friedhofsverwaltungen zur Seite stehen.

125 Kommunen deutschlandweit hatten sich am 17. September am bundesweiten Aktionstag "Friedhöfe auszeichnen" beteiligt.

Im Landkreis hatte man unter der Regie der Kreisfachberater Guntram Ulsamer und Johannes Bayer für den 20. September einen großen "Tag des Offenen Friedhofs" in Neubrunn unter dem Motto "Friedhofskultur - ein Spiegelbild unserer Gesellschaft" geplant. Die Veranstaltung fiel aber den Corona-Beschränkungen zum Opfer. Lebendig und mit regionalem Bezug sollte der Tag gestaltet werden, um zu zeigen: Ein Friedhof ist in erster Linie für die Lebenden da. mei/eki