Zufriedenheit über die Umsetzung eines FWE-Antrages herrschte beim monatlichen Meinungsaustausch der Freien Wähler (FWE) am Mittwochabend im Garten des Cafés Wagner: Ein Jahr nach dem ersten Vorstoß hat sich der Bauausschuss des Stadtrates nun den Wünschen breiter Bevölkerungskreise angeschlossen: Der Schwerlastverkehr wird in der Neubrückentorstraße und Altstadt aus Richtung Sandhof verbannt. "Die Tonnage-Beschränkung ab der Einmündung der Heubacher Straße geht sogar über unsere Forderung hinaus", freute sich Ralf Kestel, der nach der ersten Ablehnung im Stadtrat unter den Anwohnern eine Unterschriftensammlung initiiert hatte, die mehrere Dutzend Anrainer unterstützt hatten.

"Da die Tonnagebeschränkung zunächst auf ein Jahr befristet ist, sollte die Entwicklung genau beobachtet und dokumentiert werden", empfahl laut der Pressemitteilung der Freien Wähler der FWE-Vorsitzende und Dritte Bürgermeister Thomas Limpert, da bei einer Verkehrsschau vonseiten der Verwaltung und Polizei Bedenken wegen der Überwachbarkeit geäußert worden waren.

Brücke unter Denkmalschutz

Dass die Stadträte aber den Bürgerwillen höher ansiedelten, freut viele Anwohner, wie positive Rückmeldungen zeigen, da künftig weniger Schwerverkehr die Anrainer nervt, die unter Denkmalschutz stehende Baunachbrücke und Häuser weniger erschüttert und in den Altstadtgassen weniger auf die Gehwege ausgewichen werden muss, zumal die nun fast sieben Jahre nach Abschluss der Neugestaltung mit der erfolgten Schlussabrechnung endlich bezahlt seien. Erst zu Wochenbeginn hatte sich von Westen her wieder ein Gefahrguttransporter durch die Altstadtgassen gequetscht.

Positiv aufgenommen wurde in den Reihen der Freien Wähler die Information im Zusammenhang mit der anstehenden Stadtratssitzung, dass Jahrzehnte nach der Pflasterung des Marktplatzes auch dort die Schlussabrechnung erfolgen soll. Wobei es laut finaler Abrechnung der Stadtverwaltung möglich sein wird, das Ganze abzuschließen, ohne nochmals Beitragsnachforderungen an die Bürger aussprechen zu müssen. Die offene Schlussabrechnung hatte bislang stets weitere Maßnahmen, Verbesserungen und Verschönerungen im Rahmen der Städtebauförderung blockiert. "Jetzt kann es endlich weitergehen", seufzte ein Teilnehmer, die Vision einer Flaniermeile vor Augen, wo sich Fußgänger, Radler und Automobilisten gleichberechtigt nebeneinander und langsam fortbewegen.

Bewegung erhofft sich Sven Steffan auch bei einem anderen Dauerbrenner: dem gewünschten Radwegebau zwischen Ebern und Jesserndorf. Vorsitzender Limpert will für die Mitglieder der Stadtratsfraktion den Sachstand und die bisher diskutierten Alternativen zusammentragen. Die Mehrheit der Stammtischteilnehmer schloss sich der Meinung von Walter Ullrich an, dass aus finanziellen Erwägungen eigentlich nur die Feldweg-Trasse in Betracht komme. Toni Welsch bemängelte in diesem Zusammenhang den unerträglichen Zustand des Radwegs in Richtung Fischbach im Anfangsbereich Friedhof/Valeo. "Das ist eine Zumutung und für Kinder richtig gefährlich." Hier könne man mit überschaubarem Aufwand den Übergang zu dem Radweg "entschärfen". Andreas Mölter fragte unter den Diskutanten deren Meinung über weitere Photovoltaikanlagen ab, da die vom Stadtrat vor Jahren beschlossene Höchstgrenze erreicht sei, aber weitere vier Anträge eingegangen seien. Zu diesem Thema solle in den nächsten Tagen eine Stadtratsklausur mit Experten stattfinden, ergänzte Vorsitzender Limpert. Vereinzelt wurde der Bau weiterer Freiland-/Agro-Anlagen als kritisch gesehen, zumindest an Standorten/Gemeindeteilen, welche ihr "Soll" jetzt schon übererfüllt haben, wie das zum Beispiel in der Gemarkung Heubach der Fall ist. Thomas Wagner sprach als Alternative andere Flächen wie Dächer oder den Valeo-Parkplatz an.

Für mehr Ladestationen

Mit Blick auf die seit Wochen defekte Ladestation für E-Mobile am Bahnhof/Wohnmobilstellplatz wurde der Wunsch nach einem Ersatz sowie weiteren öffentlichen Ladestationen im Stadtgebiet laut, zumal die mehrtägige Veranstaltungsreihe des Vereins "Wir gestalten Heimat" den Umdenkprozess in Richtung alternativer Antriebssysteme deutlich gemacht habe. Als Besucher zweier Veranstaltungstage berichtete Ralf Kestel von Überlegungen eines Berliner Anbieters, Carports mit Solarzellen-Dächern als Ladestationen in Ebern aufzustellen.

Weitere Themen der offenen FWE-Gesprächsrunde waren der Vorschlag über die Erhöhung der Kindergarten-Beiträge in zwei Stufen, die Überlegungen zum Bau von Hotel und Konzertsaal in Weißenbrunn sowie die Bestellung von Beauftragten des Stadtrats für mehrere Fachgebiete und des Zuschnitts dieser Aufgaben. red