Am heutigen Montag wäre Käthe Dassler, die Ehefrau von Adidas-Gründer Adi Dassler, einhundert Jahre alt geworden. Gemeinsam brachten Adolf und Käthe Dassler Adidas zu Weltruhm. Die gebürtige Pirmasenserin ist Ehrenbürgerin der Stadt Herzogenaurach. Ihr zu Ehren wurde jüngst auf dem Adidas-Gelände eine Straße gewidmet.
Zum 100. Geburtstag erinnert außerdem das Hotel Herzogspark an die Frau, "für die Gastfreundschaft immer schon ein großes Gut war und die bis heute einen hohen Stellenwert im Hotel genießt", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Erst vor wenigen Tagen hatte die einstige Haushälterin Vroni Bretting (91) das Lieblingsgericht von Käthe Dassler gekocht (der FT berichtete ausführlich in der Freitagsausgabe).


Kennengelernt in Pirmasens

Geboren wurde Katharina Martz als Tochter des Pirmasenser Leistenherstellers Franz Martz am 17. Juli 1917. Sie lernte Adolf Dassler kennen, als er die Schuhfachschule in Pirmasens besuchte, um sich in der Sportschuhherstellung weiterzubilden und die "GeDa - Gebrüder Dassler Sportschuhfabrik" damit vorwärts zu bringen.
In dem Pressebericht heißt es weiter: "Die Hochzeit der beiden ließ nicht lange auf sich warten und am 17. März 1934 gaben sie sich das Ja-Wort. Fortan wohnte Käthe Dassler mit ihrem Mann im fränkischen Herzogenaurach."
Gemeinsam schenkten sie fünf Kindern das Leben: Dem erstgeborenen und einzigen Sohn Horst sowie den vier Töchtern Inge, Karin, Brigitte und Sigrid. Für die herzliche und geschäftstüchtige Käthe Dassler stand die Familie an oberster Stelle. Sie kümmerte sich liebevoll und streng zugleich um die Kinder und die Erziehung. Ihre Schwester Marianne, die nach Herzogenaurach nachgekommen war, half ihr dabei.


Geachtete Unternehmerfrau

Ebenso arbeitete Käthe Dassler im aufstrebenden Unternehmen ihres Mannes aktiv mit. Dort betreute sie den kaufmännischen Bereich und schaffte stets den Spagat, Familie und Betrieb unter einen Hut zu bekommen. In der Firma war ihre Stellung bedeutend, denn als Repräsentantin der Marke Adidas war sie bei Händlern, Kunden und Freunden hoch geschätzt. Ihren Adi begleitete Käthe Dassler regelmäßig bei Firmenanlässen und Geschäftsessen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil sie für ihren Mann die wichtigste Beraterin war. In dem von der Kommunikations-Agentur Rainer Schwarz aus Tübingen verfassten Bericht heißt es wörtlich: "Sie hat ihm sowohl den Rücken gestärkt als auch den Rücken freigehalten und immer an einem Strang mit ihm gezogen. Getreu dem Motto 'Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau' unterstützte Käthe Dassler ihren Adi in jeder Lebenslage." Dabei zeichnete sich ihr Handeln durch Umsicht und durch ein gutes Gespür für ihr Umfeld aus. Für Anliegen aller Art hatte sie stets ein offenes Ohr, wobei ihr die Ehrlichkeit immer eine wichtige Tugend war.


Beliebte Gastgeberin

Käthe Dassler war eine unermüdliche, fleißige Person, stets fröhlich und beliebt. Ihre Gastfreundschaft war legendär und geschätzt. Sportler wie Sepp Herberger, Max Schmeling und Heide Ecker-Rosendahl nächtigten bei Besuchen in Herzogenaurach gerne im eigens erbauten Dasslerschen Gästehaus, das 1972 schließlich zum "Sporthotel adidas" ausgebaut wurde.
So fanden neben zahlreichen Sportlern auch Funktionäre und Geschäftspartner in Herzogenaurach eine Unterkunft, die unter der Leitung von Käthe Dassler für ihren familiären Anschluss bekannt war. Nur sechs Jahre später, im Jahr 1978, starb Adi. Käthe Dassler leitete von dort an nicht nur das Sporthotel, sondern übernahm auch die Geschicke der Firma. Wörtlich wird berichtet: "Sie führte das Lebenswerk ihres geliebten Mannes erfolgreich weiter und baute es aus. Unter ihr wurde der Umsatz der Marke Adidas weiter gesteigert."
Als die Konkurrenz immer mehr auf den Markt drängte, holte sie Sohn Horst nach Deutschland in die Unternehmensführung zurück. In der Silvesternacht 1984 verstarb Käthe Dassler im Alter von 67 Jahren an einem plötzlichen Herzleiden. Sohn Horst übernahm die Leitung der Firma, Tochter Brigitte baute das Sporthotel zum heutigen Hotel Herzogspark aus.


Viele Bilder zur Erinnerung

Der Geist und die Gastfreundschaft des erfolgreichen Unternehmerehepaares sind auch nach über 50 Jahren noch präsent. Zahlreiche Bilder an den Wänden erinnern an die Dasslers und ein Stück Geschichte lebt auch in den beiden Banketträumen "Salon Adi Dassler" und "Salon Käthe Dassler" wieder auf. Abschließend heißt es: "Den Familiengedanken, den die Dasslers damals schon gepflegt haben, möchte sich das Hotel genauso bewahren und seine Gäste auch in Zukunft von ganzem Herzen willkommen heißen." red