reinhard löwisch

Die französische Sambre-Maas-Armee unter dem Befehl des Generals Jourdan näherte sich Franken am 21. Juli 1796 von Frankfurt aus. Es kam zu Gefechten mit der kaiserlich-österreichischen Armee, doch die Franzosen blieben meist Sieger. Von Zeil und Eltmann kommend besetzten sie am 4. August Bamberg und zwangen damit die Österreicher, nach Forchheim zu fliehen.

Die "k. und k. Armee", wie man die Österreicher auch nannte, setzte sich ans rechte Ufer der Regnitz zwischen Bamberg und Forchheim. Hier kam es am 6. und 7. August zu anhaltenden Kämpfen zwischen den Parteien. Der linke Flügel der Kaiserlichen stand bei Sassanfahrt, Köttmannsdorf und Seußling und wurde von den Franzosen zurückgedrängt.

Geschickt umgangen

Der kaiserliche rechte Flügel - immerhin rund 20 000 Mann stark - wurde durch eine geschickte Umgehung durch die Franzosen (in den Bergen um Ebermannstadt) von hinten angegriffen, so dass auch diese flüchteten. Die kaiserliche Armee nahm ihren Rückzug über Neunkirchen am Brand zur Veste Rothenberg.

Am 8. August besetzten die Franzosen kampflos Forchheim und drangen am 9. August weiter Richtung Erlangen und Nürnberg vor. Von dort aus gingen die Franzosen in die Oberpfalz, überraschten die Österreicher bei der Veste Rothenberg und schlugen sie in die Flucht. Dann kam die Wende.

Bei Amberg hatten die Österreicher zwei Armeen zusammengestellt, die die Franzosen erfolgreich in die Zange nahmen und letztendlich schlugen. Nun waren die Franzosen auf der Flucht, verfolgt von der "k. und k. Armee", der neben Österreichern (mit Verbündeten) auch kaiserliche Truppen des Heiligens Römischen Reiches angehörten.

Ab dem 24. August begann der Rückzug der Franzosen aus der Oberpfalz wieder durch fränkisches Gebiet. Beeindruckend muss es gewesen sein, als die gesamte französische Armee - rund 70 000 Mann stark - am 28. August zwischen Ebermannstadt und Forchheim entlang der Wiesent Aufstellung nahm; man erwartete einen Angriff der Österreicher für den 30. August mit rund 60 000 Mann. Die Österreicher kamen zwar auf breiter Front zwischen Gräfenberg und Pegnitz, aber sie umgingen die Franzosen, wohlwissend, dass man die Wiesent mit schweren Wagen nicht überqueren kann.

Bei Neunkirchen vereinigt

Die Truppen vereinigten sich bei Neunkirchen am Brand und zogen über Baiersdorf von Süden gegen die Franzosen. Am 29. August vertrieben die Österreicher die Franzosen von der Wiesent; sie zogen sich Richtung Bamberg zurück.

Die Forchheimer litten vor allem finanziell unter den Kriegsherren: So verlangten jene bei der ersten Besetzung 40 000 Laib Brot, 40 000 Pfund Fleisch, 10 000 Maß Branntwein und 15 000 Rationen Heu und Stroh. Weil Forchheim so viel nicht aufbringen konnte, bestach man die Kommissäre, und tatsächlich fielen dann Branntwein, Stroh und Haber weg. Allein, es kam bald ein neuer Kriegssteuereintreiber der Franzosen, der wiederum viele eigene Forderungen stellte.

Nach dem Rückzug der Franzosen aus Amberg nahmen sie wieder Forchheim ein und richteten hier das Hauptquartier ein; in Gosberg ließen sich die Österreicher nieder. Es kam zu einigen kleineren Gefechten. Aber erst ein großer Angriff am 30. August vertrieb die Franzosen wieder aus Forchheim. Auf ihrem Rückzug nach Bamberg zündeten sie die Forchheimer Papiermühle an und zerstörten eine Flussbrücke.

In Altendorf, Hirschaid und Sassanfahrt legten sie ebenfalls Feuer, um den nachrückenden Feind zu behindern. In Strullendorf legten sie sogar fast das ganze Dorf, rund 220 Häuser, in Brand, nachdem sie in allen Häusern zuvor geplündert hatten. Dabei kam auch der Pfarrer zu Tode: Er verbrannte im Keller des Pfarrhauses.

Erst im September 1796 kam die langersehnte Rettung für Franken: Die französische Armee trat - von Erzherzog Karl bei Oberpleichfeld vernichtend geschlagen - ihren endgültigen Rückzug an.